Die Kages macht sich fit für die Zukunft - das ist zumindest der Plan hinter der großen Strukturreform beim steirischen Krankenhausbetreiber. Profitieren davon sollen vor allem die Patienten und auch die mehr als 18.000 Mitarbeiter. Der Pflegebereich erfährt im Zuge der Neuausrichtung eine eklatante Aufwertung.
Im November des vergangenen Jahres machten die steirischen Spitalsmitarbeiter ihrem Unmut Luft - sie demonstrierten für eine Gesundheitsreform, für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal. Die Kages hat als steirischer Krankenhausbetreiber darauf reagiert - zumindest waren sich die Unternehmensspitze und die verantwortlichen Landespolitiker am Montag im Grazer Landhaus darüber einig. Die Projektgruppe „Kages Reshape 2030“ unter der Leitung von Aufsichtsratchef Günther Dörflinger präsentierte da nämlich erste Ergebnisse des Umstrukturierungsprozesses - und die haben es durchaus in sich.
„Es ist nicht weniger als die völlige Neuorganisation der Kages“, ist Dörflinger überzeugt. „Die Strukturen in der zweiten Führungsebene werden radikal verschlankt und die Pflege erfährt eine ungemeine Aufwertung. Und das alles unter der Prämisse der totalen Patientenorientierung“, stellt der ehemalige Gesundheitslandesrat klar. Was bedeutet dies aber nun im Detail:
Die kollegiale Führungsstruktur in den einzelnen Spitalsstandorten bzw. -Verbänden mit einer ärztlichen Direktion, einer Pflegedirektion und einer Betriebsdirektion soll sich künftig auch in der Kages-Managementstruktur widerspiegeln. Aus 16 Organisationseinheiten werden in der Zentrale in Graz nun fünf Direktionen (Medizinische-, Pflege-, Finanz & Controlling-, Human Ressources & Recht- sowie IT & Technik-Direktion). Die Pflegeleitung arbeitet künftig also auf Augenhöhe mit der ärztlichen Leitung. Ab April startet die Ausschreibung für diese zweite Führungsebene - angesprochen sollen damit interne und auch externe Bewerber werden. Die Bestellung der neuen Direktoren soll jedenfalls vor dem Sommer erfolgen.
Kürzere Wartezeiten für Patienten
Dazu wird dem Vorstand künftig ein „Healthcare Improvement Board“ beratend zur Seite stehen. Dieses Gremium besteht aus Patienten- und Angehörigenvertretern wie auch Fachexperten und soll vor allem die Patientenorientierung der Kages stärken. „Dass Patienten nun sogar im Organigramm eine Rolle spielen, ist österreichweit wohl einzigartig“, ist Dörflinger sicher. Bemerkbar werden sollen die Umstrukturierungen für Patienten, dass sich etwa Wartezeiten auf Befunde drastisch verkürzen werden.
Was außerdem fixiert wurde: Die Positionen des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Stark und auch Finanzvorstand Ernst Fartek werden ebenfalls im April neu ausgeschrieben, obwohl deren Funktionsperiode noch bis Ende Februar 2023 läuft. Der neue (und wohl alte) Vorstand soll nämlich in die Auswahl der zweiten Führungsebene eingebunden werden.
Größte Reform seit 20 Jahren
„All diese Maßnahmen zielen letztlich darauf ab, dass Menschen, die Hilfe brauchen, diese künftig rascher bekommen“, erklärt Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). „Wir wollen damit effizienter werden, vor allem eben in der Patientenversorgung.“ Ihr Parteikollege und Personallandesrat Christopher Drexler spricht sogar von der größten Kages-Reform der letzten 20 Jahre. „Das ist ein entscheidender Tag für das Gesundheitswesen der Steiermark. Und es ist erst ein Zwischenbericht, weil jetzt geht es ja erst richtig los. Wir haben bereits wesentliche Strukturänderungen im steirischen Spitalsbereich angestoßen, deshalb ist es nur logisch, dass diese Änderungen nun auch in der Zentrale stattfinden müssen.“
Auch Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) begrüßt die Reform. „Dieses ehrgeizige Vorhaben ist auch der beste Beweis dafür, dass die Koalition in der Steiermark sehr gut funktioniert - sonst wären solche Veränderungen ja nie möglich.“
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