Di, 25. September 2018

Begrabene Schätze

22.05.2011 09:57

Steirer auf "Gold-Fang" in heimischen Flüssen und Bächen

Wunschträume von Ruhm und Reichtum - wer kennt das nicht? Was aber wohl die wenigsten Steirer wissen: Aus unseren Flüssen und Bächen können bis heute echte Schätze geborgen werden! Immer wieder wird von Goldfunden berichtet.

Die Murmetropole eine Goldgräberstadt? "Bei der Schotterbank auf Höhe des Kalvarienbergs findet man eigentlich fast immer etwas", sagt Heimo Urban. Der Grazer ist durch eine Fügung des Schicksals auf das so verlockend schimmernde Edelmetall gekommen.

Im Zuge der Bauarbeiten für die Staustufe bei Deutschfeistritz kam Gestein aus tieferen Erdschichten zum Vorschein. Urban, damals noch Mineralien-Sammler, wollte diese Gelegenheit nutzen, um nach Nephriten - das sind jadeartige Steine - zu suchen. "Gefunden haben wir keinen einzigen!" Dafür aber Gold. Und weil es den "Steinderl-Suchern" heutzutage ohnehin nicht gerade leicht gemacht wird ("überall steht Betreten verboten"), habe er sich vom Goldrausch packen lassen, so Urban.

"Jahrhundertfund" im Jahr 2006
Es sollte nicht zu seinem Nachteil sein. Im Mürztal gelang Urban und seinen "Mit-Buddlern" im Jahr 2006 nämlich ein "Jahrhundertfund". Mehr als 800 Gramm landeten bei Langenwang an nur einem Wochenende in den Schüsseln. Gegenwert nach heutigem Goldkurs: mehr als 30.000 Euro! Auch hier war das Bachbett kurz zuvor umgegraben worden - eine alte Wehranlage musste saniert werden. Urban fand damals das größte Nugget, dass jemals aus einem steirischen Fluss geholt wurde: 2,53 Gramm schwer! "Sonst bin ich froh, wenn ich an einem ganzen Tag ein Zehntel Gramm finde..."

Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Was fast schon in Vergessenheit geraten ist: Die Suche nach Gold hat in der Steiermark Tradition. "Bereits im 18. Jahrhundert sind Zigeuner die Mur heraufgekommen, um Gold zu waschen", erzählt Urban. "Viel mehr als Zigarettengeld wird aber auch damals schon nicht zu holen gewesen sein." Auch Bauern hätten sich in den harten Wintermonaten so etwas dazuverdient. "Je weniger Wasser die Mur führt, desto besser - sobald die Schneeschmelze einsetzt, ist die beste Zeit vorbei", sagt Urban.

In den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts berichtete eine Zeitung von einer "Sensation" im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet. 50 Kilogramm Gold seien gefunden worden. Diese Meldung löste einen wahren Goldrausch aus. Tausende kamen, um ebenfalls ihr Glück zu suchen. Doch es war eine Falschmeldung! 50 Gramm hätte es eigentlich heißen sollen - dem Schreiberling ist ein Fehler unterlaufen.

Daten und Fakten

  • Das österreichische Gold kommt aus den Tauern. Es wird vom Schmelzwasser aus dem Berg gewaschen und über die Drau, die Salzach sowie die Mur (und die Mürz) abtransportiert.
  • Aus einem Dokument aus der Zeit Maria Theresias geht hervor, dass ein Gramm Gold aus der Mur mit 14 Gulden und 45 Kreuzer gehandelt wurde. Auf dem Schwarzmarkt dürfte jedoch viel mehr gezahlt worden sein.
  • Wer Goldwaschen zu seinem Beruf machen will, braucht - neben Schaufel, Schüssel und Waschbrett - eine Schürfbewilligung. Diese wird von der Bergbaubehörde ausgestellt.
  • Wer das Einmaleins des Goldwaschens erlernen will: Im obersteirischen Pusterwald etwa kann man sich vom 1. Juni bis zum 15. September in diese hohe Kunst einweihen lassen.

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