17.02.2022 10:10 |

Laut IMAD-Umfrage

Viele über die Politik im Ort zu wenig informiert

Nicht weniger als 505.752 Tirolerinnen und Tiroler sind am 27. Februar dazu aufgerufen, den Bürgermeister und den Gemeinderat in ihren eigenen Ortschaften zu wählen. Doch wie gut informiert fühlen sich eigentlich die Bürger in der Kommunalpolitik? Und wie viele Wahlberechtigte werden zur Urne schreiten?

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Laut einer aktuellen Umfrage der IMAD-Marktforschung im Auftrag der „Tiroler Krone“ glaubt knapp nur jeder zweite Tiroler, dass er persönlich ausreichend über die Gemeindepolitik informiert ist. 39 Prozent - also etwa vier von zehn Befragten - fühlen sich etwas zu wenig informiert und mehr als jeder Zehnte empfindet sogar, dass er viel zu wenig Kenntnis hat. „Vor allem jüngere Befragte bis 30 Jahre gaben an, viel zu wenig über die Gemeindepolitik zu wissen“, analysiert Politikforscher Christian Traweger.

Bürger oder die Politiker „Schuld“ an Desinteresse?
Bewohner in städtischen Gebieten fühlen sich besser informiert als jene in den ländlichen. „Hier drängt sich die Frage auf, in welchem Ausmaß Information als Bring- und Holschuld anzusehen ist. Einerseits sollte der Bürger sich von sich aus für die Gemeindepolitik interessieren, was aber nur dann zufriedenstellend klappen kann, wenn die Politiker Informationen zum Gemeindegeschehen bürgergerecht verständlich aufbereiten und entsprechend zur Verfügung stellen“, meint der Experte.

Viele fühlen sich nicht ausreichend einbezogen
Doch werden die Tiroler ihrer Meinung nach bei wichtigen Entscheidungen in der Gemeinde überhaupt miteinbezogen? Die Mehrheit der Befragten – um genau zu sein 60 Prozent – ist jedenfalls der Ansicht, dass dies nicht ausreichend geschieht. 35 Prozent – mehr als jeder Dritte – findet hingegen, dass die Bürger sehr wohl ausreichend in diverse Beschlüsse von Gemeinderat und Bürgermeister miteinbezogen werden.

Zitat Icon

Politik am Bürger vorbei und nicht mit dem Bürger bzw. unter Einbeziehung der Bürger in Gemeindeentscheidungen führt zwangsläufig zu Politikfrust, schlechtem Image und vielmals Unverständnis für die von den Gemeindepolitikern getroffenen Entscheidungen.

Politikforscher Christian Traweger

Politikfrust als Nährboden für neue Gruppierungen
Dieses Meinungsbild zieht sich laut Traweger quer durch alle Bevölkerungsschichten und stellt der Gemeindepolitik in Tirol eigentlich ein schlechtes Zeugnis aus. „Politik am Bürger vorbei und nicht mit dem Bürger bzw. unter Einbeziehung der Bürger in Gemeindeentscheidungen führt zwangsläufig zu Politikfrust, schlechtem Image und vielmals Unverständnis für die von den Gemeindepolitikern getroffenen Entscheidungen. All das ist ein perfekter Nährboden für neue Listen und Gruppierungen, die praktisch ohne sichtbarem Programm leicht in den Gemeinderat einziehen können“, so der Politikforscher.

Fakten

Die IMAD-Marktforschung und Datenanalysen aus Innsbruck hat im Auftrag der „Tiroler Krone“ zwischen 2. und 6. Februar eine Umfrage rund um die Gemeinderatswahlen in Tirol durchgeführt. 500 Personen - 48 Prozent waren männlich, 52 Prozent weiblich - wurden telefonisch und online befragt. Die Schwankungsbreite liegt bei maximal +/- 4,3 Prozent.

73 Prozent der Tiroler laut Umfrage bei Wahl dabei
Und wie schaut es mit der Wahlbeteiligung aus? Wie viele Tiroler werden am 27. Februar ihre Stimmen abgeben? 61 Prozent der Befragten gehen sicher, zwölf Prozent eher schon wählen. 16 Prozent schließen einen Urnengang völlig aus. Und elf Prozent werden eher daheim bleiben.

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