Der pandemiebedingte Abwärtstrend in der Kriminalstatistik setzt sich weiter fort: In der Steiermark gab es laut Polizei-Bilanz 2021 die wenigsten Straftaten seit zehn Jahren. Erfreulich auch die Aufklärungsquote: Deutlich mehr als jede zweite Straftat konnte geklärt werden. Jedoch: Die Internetkriminalität stieg einmal mehr deutlich an.
Tiefstand noch einmal unterboten
Mit insgesamt 46.022 angezeigten Straftaten im Jahr 2021 weist die polizeiliche Kriminalstatistik für die Steiermark die niedrigste Gesamtanzahl von Straftaten seit zehn Jahren vor. Damit wurde der pandemiebedingte Tiefstand aus dem Vorjahr noch einmal um 803 Straftaten (-1,7%) unterboten.
Jede 2. Straftat geklärt
Mit 26.722 geklärten Straftaten konnten steirische Beamte bereits das fünfte Mal in Folge mehr als jede zweite Straftat klären. Dabei lag dieAufklärungsquotemit 58,1 Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt wurden 31.695 Tatverdächtige ermittelt und angezeigt. Etwa zwei Drittel (68%) davon waren Österreicher. Der Anteil von fremden Tatverdächtigen ist zuletzt um 9,1 Prozent auf 10.152 Tatverdächtige gesunken.
Internetkriminalität steigt weiter
Einen neuerlichen Anstieg um insgesamt 1031 Straftaten (+25,1%) gab es im Bereich der Internetkriminalität. Hier hat die Zahl aller Straftaten in der Steiermark mit exakt 5142 erstmals seit zehn Jahren die 5000er-Marke überstiegen. Die Aufklärungsquote lag hier immerhin bei 39,1 Prozent.
Vier Morde geklärt
Nach einem deutlichen Minus im Jahr 2020 (-11,3%) scheinen mit einem leichten Plus von 148 Delikten (+2%) 2021 insgesamt 7601 Gewaltdelikte in der Kriminalstatistik auf. 63 Prozent der Opfer standen hier in einem Bekanntschaftsverhältnis zum Täter. Als Tatmittel kam mit 203 Fällen am häufigsten eine Stichwaffe zum Einsatz. Beim Thema Gewalt in der Privatsphäre gab es landesweit einen Anstieg um 9,1% auf insgesamt 2247 Straftaten.
In der Steiermark gab es im Jahr 2021 insgesamt vier vollendete Morde, wobei drei Frauen und ein Mann getötet wurden. Alle vier Morde wurden geklärt.
Eigentumskriminalität rückläufig
Wie schon die vergangenen Jahre, war die Eigentumskriminalität auch 2021 weiterhin ruckläufig (-7,5%). Insgesamt 10.673 Straftaten (-871 Delikte) scheinen dazu in der Kriminalstatistik auf. 2012 waren es überhaupt noch 22.837 Straftaten. Insgesamt 561 Mal wurden 2021 Einbruchsdiebstähle in Wohnräume (Wohnung oder Wohnhaus) verübt. Damit setzt sich auch der Minus-Trend der vergangenen Jahre fort.
Die teils historischen Tiefstände der Kriminalstatistik 2021 stimmen uns insgesamt gesehen zufrieden
Leiter des Landeskriminalamtes Steiermark, Wolfgang Lackner
Minus bei Suchtmittelkriminalität
Bereits das dritte Jahr in Folge geht auch die Suchtmittelkriminalität in der Kriminalstatistik zurück. Während vor der Pandemie im Jahre 2019 noch exakt 5000 Delikte aufschienen, ging dieser Wert 2021 bereits auf 3763 Straftaten zurück. Im Vergleich zum Jahr davor ist dies ein Rückgang um 11,1 Prozent. Nachdem es sich in diesem Deliktsbereich um ein sogenanntes Kontrolldelikt handelt, wird auch das abnehmende öffentliche Leben in Mitten der Pandemie seinen Teil zu diesem Rückgang in der Statistik beitragen.
Sozialleistungen erschlichen
Die Wirtschaftskriminalität stieg 2021 um 191 Delikte leicht auf insgesamt 8531 Straftaten an. Den größten Teil diese Deliktsbereiches nahmen klassische Betrugsdelikte ein. In diesem Bereich fielen im Vorjahr 5.588 Straftaten und damit um gerade einmal 41 mehr als im Jahr davor an (2020: 5.629). Einen neuerlichen und deutlichen Anstieg um 133 Straftaten (+43,5%) gab es im Bereich Sozialleistungsbetrug. Hier waren es 2013 gerade einmal 30 Straftaten, im Vorjahr bereits 439.
Telefon-Betrügereien steigen rasant
Einen deutlichen Anstieg um 253 Delikte (+66,1%) auf 636 Straftaten gab es auch beim sogenannten Trickbetrug. Dies ist mitunter auf den bereits ausführlich bekannten Telefon-Trick mit dem Schlagwort „Falsche Polizisten“ zurückzuführen, vor dem die Polizei im vergangenen Jahr mehrmals warnte. Echte Wirtschaftsdelikte gingen neuerlich leicht zurück. Um 9,2 Prozent auf 1347 Straftaten angestiegen sind zuletzt wieder die Urkundendelikte. Ausschlaggebend dafür waren mitunter auch immer wieder sichergestellte Fälschungen von Covid-Test- bzw. Impfzertifikaten.
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