So, 19. August 2018

Betrüger verurteilt

21.04.2011 15:03

Knecht gab sich als Manager aus - drei Jahre Haft

Wegen schweren Betrugs hat sich ein Tiroler am Donnerstag vor einem Schöffensenat im Grazer Straflandesgericht verantworten müssen. Dem 40-Jährigen wurde vorgeworfen, unter anderem einen Autohändler, ein Hotel sowie eine Reitstallbesitzerin geprellt zu haben. Den Schaden bezifferte der Staatsanwalt mit mindestens 80.000 Euro. Der Angeklagte zeigte sich geständig und wurde - nicht rechtskräftig - zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt.

"Sie sind der klassische Betrüger", meinte Richter Gernot Patzak zu dem 40-Jährigen, der bereits 15 einschlägige Vorstrafen aufweist. Diesmal wurden dem Angeklagten vor allem seine nicht bezahlten Autos und schuldig gebliebene Übernachtungen in einem Hotel angelastet, außerdem der Betrug an einer oststeirischen Reitstallbesitzerin: Der Tiroler gab sich bei der Frau als Manager aus, der ihren Betrieb aus den Schulden führen könnte.

Opfer geblendet
"Waren Sie wirklich Manager, als sie die Frau kennenlernten?", fragte der Richter. "Nein, Knecht", kam die ehrliche Antwort. Immerhin kannte der Angeklagte sich gut mit Pferden aus und konnte sein Opfer dadurch längere Zeit blenden. Der Reitstall war verschuldet, und der Frau war die Hilfe des "Managers" sehr willkommen. "Er hat alles so logisch erzählt, und seine Verhandlungstechnik war sehr gut", schilderte die Frau, die erst nach einiger Zeit das Gefühl hatte, dass mit dem 40-Jährigen "etwas nicht stimmt".

Zuletzt war nicht etwa der Betrieb schuldenfrei, sondern die Frau hatte noch mehrere Tausend Euro zusätzlich an den Tiroler verloren. Außerdem soll er Werkzeug und Bankomatkarten gestohlen haben, was er schließlich auch zugab: "Jaja, ist eh egal", meinte der 40-Jährige, nachdem er zunächst genau diesen Punkt strikt geleugnet hatte.

"Warum haben Sie das alles gemacht?", wollte der Richter zuletzt noch wissen. "Dazu möchte ich nichts sagen", meinte der Beschuldigte. Drei Jahre Haft muss der Tiroler nun verbüßen, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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