19.11.2021 06:00 |

Es wird teuer!

Hoher Strompreis: Was Verbraucher tun können

Steirische Energieanbieter erhöhen die Tarife für Strom und Gas nach und nach. Was können betroffene Kunden gegen die Teuerung tun? Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer ist von den Preisänderungen betroffen?
Alle Haushalte, die nicht in den letzten zwölf Monaten ihren Vertrag abgeschlossen und somit eine Preisgarantie haben. Auch Firmenkunden sind betroffen. Die meisten Stromanbieter verteuern ihre Tarife zwischen zehn und 45% (siehe Grafik). Ein Unternehmen zieht sich ganz zurück: Kunden des E-Werks Ebner aus Neudorf an der Mur (Bezirk Leibnitz) müssen den Anbieter wechseln.

Welche Konsequenzen hat das für die Kunden?
Sie müssen für den gleichen Energieverbrauch mehr zahlen - eine Belastung, vor allem für finanziell Schwächere. Fast 5000 Kunden der Energie Steiermark wurde sogar der Tarif gekündigt. „Betroffen sind sogenannte Float-Tarife“, erzählt Bettina Schrittwieser, Konsumentenschützerin bei der AK. Sie passen sich an den Marktpreis an, haben aber eine Obergrenze - und sind so für viele Firmen zum Verlustgeschäft geworden. Für Kunden, die einen solchen Tarif ohne Obergrenze haben, ist Vorsicht geboten: Die Preise steigen monatlich teilweise stark an.

Ist es überhaupt erlaubt, dass Anbieter ihre Preise ändern?
„Wenn das mit den Vertragsbedingungen und AGB vereinbar ist: ja“, sagt Schrittwieser. Was können Kunden tun, wenn der Anbieter sich zurückzieht oder den Vertrag kündigt? Zu einem neuen Anbieter wechseln. Das empfiehlt die Regulierungsbehörde E-Control übrigens allen Kunden. „Jetzt, wo es noch einigermaßen gute Preise gibt, sollte man den Tarif wechseln. Dadurch bekommt man eine Mindestvertragsdauer und Preisgarantie“, sagt Johannes Mayer (siehe Interview). „Derzeit ist alles gut, was sich bei sieben, acht Cent pro Kilowattstunde bewegt. Nächstes Jahr könnte man unter zehn Cent nichts mehr bekommen.“

Drohen nun auch Nachzahlungen?
Ja, bei Tarifen mit flexiblem Preis. Außerdem betroffen sind Mieter bei den Betriebskosten. „Diese werden im Vorhinein berechnet. Bei Mehrparteienhäusern mit Lift kann es zu empfindlichen Nachzahlungen kommen“, erklärt Schrittwieser.

Werden die Preise noch weiter steigen?
Bei dieser Frage sind sich die Experten einig: ja. Erst im Jahr 2023 soll sich die Lage entspannen.

Was, wenn ich mir Nachzahlung oder neuen Tarif nicht leisten kann?
Dann helfen verschiedene Beratungsstellen, etwa jene der Caritas.

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