16.11.2021 18:45 |

15 Monate Haft

Grazer (28) verfehlte Nachbar mit Schuss nur knapp

Alkohol und der Heiratsantrag seines schwulen besten Freundes: Diese Kombination brachte einen Grazer offenbar derart aus dem Gleichgewicht, dass er sich eine Gaspistole kaufte und willkürlich aus dem Fenster schoss. Dabei verfehlte er im Nebenhaus nur knapp einen Nachbarn. Vor Gericht zeigte der Mann Reue.

„Es war blöd, was passiert ist!“ - Sichtlich geknickt sitzt der angeklagte Grazer vor Richter Hanspeter Draxler. Sein großes Problem sei der Alkohol: „Mein Vater ist schon am Alkohol gestorben.“ Er sollte es also besser wissen. „Er war ja schon auf einem guten Weg mit der Therapie, aber dann ist er umgekippt“, schildert sein Verteidiger.

Sein bester Freund outete sich als homosexuell
Alles begann am Vortag der Schießerei, als sein bester Freund sich outete. „Ich wusste nicht, dass er schwul ist. Und dann hat er mir einen Heiratsantrag gemacht“, erzählt der 28-Jährige. Die Situation schaukelte sich hoch, bis er den Freund schlug. Zehn Euro als symbolisches Schmerzensgeld fordert dafür Opferanwalt Gunter Ledolter.

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Das ist ein schwieriger Fall mit Ihnen. Heute machen Sie einen guten Eindruck. Aber Ihre Vergangenheit ist das Problem. Nur Ihr glaubhaft reumütiges Geständnis hat Sie vor einer hohen Strafe bewahrt.

Richter Hanspeter Draxler

Mann nur knapp verfehlt
Noch am selben Tag kaufte sich der Angeklagte eine Gaspistole - trotz Waffenverbots wegen voriger Vergehen. Danach feuerte er aus dem Fenster auf ein Nebenhaus. Einen Mieter verfehlte er dabei nur knapp.

Vor Gericht sagt dieser aus, dass sein Fenster immer noch kaputt sei, weil er kein Geld habe, um es reparieren zu lassen. „Wollen Sie Geld für die Reparatur?“, fragt der Richter. „Lieber wäre mir, wenn der Schütze es gleich selbst repariert“, meint der Arbeiter trocken.

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Ich muss weg aus Graz. Graz ist mein Untergang.

Der Angeklagte

„Irgendwie werde ich das schon schaffen“
Auch im Stiegenhaus ballerte der Betrunkene herum. Für diese Schäden will die Stadt 323 Euro. Der 28-Jährige nimmt alle Forderungen an. „Irgendwie werde ich das schon schaffen.“

„Und wie soll es mit Ihnen weitergehen?“ - „Ich muss weg aus Graz. Graz ist mein Untergang.“ Er will zu seinem Onkel auf den Bauernhof. Und eine stationäre Entzugstherapie machen. Aber vorher muss er seine Strafe absitzen. Die 15 Monate unbedingte Haft nimmer er gleich an.

Von
Eva Stockner
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