12.11.2021 15:00 |

Verzicht auf Chemie

Osttiroler Obstbauer am Sprung zum Biobetrieb

Ohne Chemie soll künftig auf dem Obsthof Webhofer in Gaimberg gearbeitet werden. Das kommt auch bei den Produkten aus der Schaubrennerei zur Geltung. Die „Krone“ hat sich ein Bild vom künftigen Biohof gemacht.

Nicht nur am Tag des Apfels, sondern das ganze Jahr bieten Tiroler Obstbauern saftige Äpfel an. So auch der Obsthof Webhofer in Gaimberg in Osttirol. Auf ihrem drei Hektar großen Feld direkt am Hof werden dort im Durchschnitt knapp 120 Tonnen pro Jahr geerntet. „Die eine Hälfte der Ernte kommt ins Lager, die andere wird verarbeitet“, erklärt Friedl Webhofer. Das Hauptprodukt ist der naturtrübe Apfelsaft: „Wir geben beim Pressen nichts dazu oder weg. So wie er aus der Presse kommt, wird er pasteurisiert und abgefüllt.“ Auch Edelbrände oder Apfelessig stellt man her.

Viele Jahre an Erfahrung
Vor fast 30 Jahren hat alles mit ein paar selbst gepflanzten Bäumen begonnen. Im Jahr 2000 gaben Friedl und seine Frau Magdalena die Viehwirtschaft auf und konzentrierten sich rein auf den Apfelanbau. Immer mit einem Ziel vor Augen: „Mit dieser kleinen Fläche können wir nur direkt vermarkten, für alles andere sind wir zu klein. Wir haben uns ständig weiterentwickelt.“ Im Laufe der Jahre gab es im Familienbetrieb auch Veränderungen. So wird seit vielen Jahren nur noch in Einzelreihen gepflanzt, und auch im technischen Bereich wurde nachgerüstet.

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Wir sind seit Jahren auch schon ganz nahe dran. Mit dem Generationenwechsel haben wir uns entschlossen, den Betrieb biologisch zu machen.

Friedl Webhofer

Fokus auf Bioprodukte
Mit dem Gedanken, zur Gänze auf chemische Mittel zu verzichten, spielt man bei den Webhofers schon seit längerem. „Wir sind seit Jahren auch schon ganz nahe dran. Mein Sohn hat eine gute Ausbildung genossen und im September den Hof mehr oder weniger übernommen. Mit dem Generationenwechsel haben wir uns entschlossen, den Betrieb biologisch zu machen“, beschreibt Friedl Webhofer.

Sohn Michael war der Antreiber: „Das hat mir schon sehr eingeleuchtet. Ich habe mir dann auch ein bisschen Druck gemacht, das tatsächlich umzusetzen.“ In Tirol setzen derzeit 20% der Apfelbauern auf Bio-Produkion. Um einen Bio-Obstbetrieb zu führen, müssen chemische Mittel vermieden werden. Das bedeutet, dass man künftig vermehrt auf Nützlinge oder die Bodengesundheit achten muss. Herbizide gibt es schon länger nicht mehr am Obsthof. Deshalb braucht es auch die Umstellung auf weniger krankheitsanfällige Sorten.

Beliebte Brennerei
Ein weiterer Bereich am Hof ist seit 2009 die Schaubrennerei. Dort kann der Herstellungsvorgang, von der Frucht übers Einmaischen bis zum Destillieren beobachtet werden. „Das kommt bei den Leuten sehr gut an - natürlich auch die Verkostung.“ Neben klassischen Edelbränden war man in Osttirol der erste Hof, der selbst Whiskey erzeugte.

Ein Brennvorgang dauert um die drei Stunden. Dabei werden 200 Liter Maische verarbeitet. „Nach dem Brennen ist es ganz wichtig, das Destillat zu lagern, mindestens ein halbes Jahr.“

Martin Oberbichler
Martin Oberbichler
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