Zum Krampustag ist es zwar noch ein Weilchen hin, der Bundesrechnungshof hat aber schon jetzt seine Rute ausgepackt. Im Rahmen einer von den steirischen Oppositionsparteien beantragten Sonderprüfung nahmen die Kontrollore die Besetzung von Direktorenposten an unseren Pflichtschulen unter die Lupe. Note: genügend!
Sind Schulleiter-Bestellungen in der Steiermark - 157 gab es zwischen 2015 und 2020 - politisch motiviert oder nicht? Das wollte der Rechnungshof wissen - und kam zu einem ernüchternden Ergebnis. Demnach wurden „Mängel bei Besetzungsvorgängen“ sowie bei „Begründungen für die Personalauswahl“ festgestellt: Es gebe Lücken bei der Nachvollziehbarkeit, rüffeln die Prüfer, weshalb „Weiterbildungsmaßnahmen zum Verfassen schlüssiger Gutachten“ empfohlen werden.
Die Prüfung kam zu dem Ergebnis, dass bei den Bestellungen zur Leitungsfunktion kein parteipolitischer Einfluss nachgewiesen werden konnte.
Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP)
Pensionierungswelle im Anmarsch
Zudem gebe es zu wenige Bewerber für Direktorenposten an Pflichtschulen: Auf 19 Ausschreibungen reagierte niemand, im Durchschnitt gibt es nur 1,3 bis 1,7 Interessenten. Problematisch ist auch eine bevorstehende Pensionierungswelle: Bis 2030 werden 52% der Schulleiter in Pension gehen - Nachfolge ungewiss!
Opposition schießt sich auf Bildungslandesrätin ein
Für die Opposition ein gefundenes Fressen. Die Neos interpretieren den Bericht so, dass parteipolitischer Einfluss auf die Stellenvergabe nicht auszuschließen sei, die FPÖ will Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß mit einer schriftlichen Anfrage konfrontieren, und die Grünen orten fehlende Chancengleichheit.
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