26.10.2021 20:00 |

Tipps vom ÖAMTC

„Auch 20 km/h können schon zu schnell sein“

Hochbetrieb herrscht in den Kfz-Werkstätten Tirols. Am 1. November tritt wieder die Winterreifenpflicht in Kraft. Die Regeln sollten bekannt sein. Doch wie beugt man Unfällen vor und was tun, wenn man ins Schleudern kommt? Das weiß der ÖAMTC.

Die oberste Regel für sicheres Autofahren gilt nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr: „Augen auf und Hausverstand einsetzen!“, sagt Martin Huber, der seit Kurzem der neue Leiter des Fahrtechnikzentrums in Tirol ist. Alles, was den Kontakt zwischen Straßenbelag und Reifen verhindert – also Nässe, Schnee, Verschmutzungen durch Rollsplitt etc. – verringert die Haftung. „Zeigt das Thermometer im Auto dann noch Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt an, besteht Glatteisgefahr gerade dann, wenn die Straße feucht ist“, warnt der ÖAMTC-Experte.

Grip deutlich geringer
Klassische Notsituationen, die im Winter auftreten, sind laut Huber Unter- oder Übersteuern in Kurven, die ein Schieben bzw. Schleudern zur Folge haben. „Da der Grip zwischen Reifen und Fahrbahn durch winterliche Fahrverhältnisse deutlich geringer ist als gewohnt, unterschätzen die meisten Autofahrer, wie schnell das Fahrzeug in eine solche Situation kommen kann, wenn man mit derselben Geschwindigkeit wie normalerweise in eine Kurve fährt“, weiß der Leiter.

Zu hohe Geschwindigkeit ist häufigste Unfallursache
Wenn im Winter Unfälle passieren, ist meist eine für vorherrschende Fahrverhältnisse zu hohe Geschwindigkeit die Ursache. „Beim Fahrtechnikzentrum erleben wir täglich, dass Teilnehmer erzählen, sie seien auf der Schneefahrbahn ins Schieben gekommen, obwohl sie nur 30 km/h fuhren“, sagt Huber, der auf solche Schilderungen antwortet, „dass es auch Verhältnisse gibt, bei denen 20 km/h schon zu schnell sein können.“

Der wichtigste Tipp, um gar nicht erst in eine Gefahrensituation zu kommen, lautet also ganz simpel: Geschwindigkeit reduzieren!

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Learning by doing ist immer noch die beste Methode, um sich auf einen Ernstfall vorzubereiten.

Martin Huber

Notbremsen, um das Auto wieder zu stabilisieren
Doch was ist zu tun, sollte das Auto doch auf der weißen Pracht oder dem Eis ins Rutschen oder gar Schleudern geraten? „Notbremsen ist die beste Möglichkeit, das Fahrzeug wieder zu stabilisieren“, sagt Huber. Denn: „Die Geschwindigkeit wird reduziert, wodurch die wirkenden Kräfte sinken. Falls sich der Unfall dennoch nicht vermeiden lässt, ist zumindest die Aufprallgeschwindigkeit und somit die Unfallfolge möglichst gering.“

Auch dabei erlebt der Leiter des Fahrtechnikzentrums in den Kursen immer wieder Hemmungen. „Viele haben, als die Autos noch kein Antiblockiersystem hatten, gelernt, in Kurven unter keinen Umständen zu bremsen.“ Diese Regel sei nicht mehr aktuell.

Die richtige Notbremstechnik in Verbindung mit der richtigen Lenk- und Blicktechnik in den diversen Situationen ist bei jedem Kurs Inhalt. „Learning by doing ist immer noch die beste Methode, um sich auf einen Ernstfall vorzubereiten“, verdeutlicht der Profi.

Im Winter erhöhtes Risiko für eine schlechte Sicht
Was laut Huber im Winter viele unterschätzen, ist, dass ein erhöhtes Risiko für schlechte Sichtverhältnisse besteht. „Bei starkem Schneefall ist sie generell sehr gering. Auch hier gilt es, die Geschwindigkeit zu reduzieren.“ Außerdem sollten in derartigen Situationen Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchten eingeschaltet werden. Durch strahlenden Sonnenschein kann die Sicht gerade im Winter sehr stark eingeschränkt werden, da man durch den weißen Schnee sehr schnell geblendet wird. Die Sonnenbrille also unbedingt das ganze Jahr im Auto mitführen!

Abschließend sagt der Leiter, dass es „unbedingt notwendig ist, das Scheibenwischwasser mit Frostschutzmittel zu vermischen“. Wird das nicht getan, gefriert das auf die kalte Windschutzscheibe aufgespritzte Wasser und die Sichtweite sinkt innerhalb von Millisekunden auf null.

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