Equal-Pay-Day

Gleichstellung soll keine Mode-Erscheinung sein

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit – die Realität sieht immer noch anders aus. Der jährliche Equal-Pay-Day soll das Ungleichgewicht bei der Entlohnung von Männern und Frauen aufzeigen. Denn ab heute arbeiten Frauen in NÖ im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen quasi gratis.

Es ist ein geflügeltes Wort: Gleichberechtigung. Doch wie sieht diese in der Praxis aus? Gerade in punkto Entlohnung sind noch deutliche Unterschiede zu verzeichnen. Die „Krone“ hat sich bei Frauen in NÖ umgehört.

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Ich habe zwar bisher nichts vom Equal-Pay-Day gehört, aber es stimmt, dass Frauen oft weniger verdienen und doch dasselbe leisten. Es wäre gut, das anzugleichen.

Sonja Haselsteiner (36), Büroangestellte

Um Anerkennung kämpfen
„Sollten wir uns nicht fragen, warum wir den Equal-Pay-Day brauchen? Warum mahlen die Mühlen so langsam, wenn es um gleichberechtigtes Einkommen geht? Frauen müssen noch immer um jene Anerkennung kämpfen, die Männern schon immer zugestanden wurde“, hält Schauspielerin und „SOKO Kitzbühel“-Star Veronika Polly fest.

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Es ist eine totale Frechheit. Ich habe eine Dreifachbelastung mit Haushalt, zwei Kindern und Beruf. Wenigstens die Lohnsteuer sollte daher für Frauen gesenkt werden.

Erika Geringer (59), Verkäuferin

Ein wichtiges Zeichen
Für Brigitte Fürle, künstlerische Leiterin des Festspielhauses St. Pölten, ist der Tag „ein wichtiges Zeichen, gleiche Bezahlung für Frauen gesellschaftspolitisch einzufordern und Frauen zu ermutigen, für ihre Rechte einzutreten“. Eine Lanze in Sachen Gleichberechtigung bricht etwa „Krone“-Kolumnistin Daniela Gaigg: „Es kann und darf nicht sein, dass Arbeit noch immer nach Geschlecht und nicht nach Qualifikation bezahlt wird. Wir Frauen müssen für unsere Rechte einstehen!“ Ein Beispiel aus der Praxis bringt Barbara Komarek, Geschäftsführerin der NÖ-Bahnen. „Ich lege großen Wert darauf, den Gender-Pay-Gap mittelfristig zu reduzieren. Im Eisenbahnbetrieb haben wir gleich viele Frauen wie Männer beschäftigt, die bei uns dasselbe verdienen.“

„Hohes Bewusstsein“
Marie Rötzer, künstlerische Leiterin des Landestheaters Niederösterreich betont: „Am Landestheater haben wir ein hohes Bewusstsein für die Gleichbehandlung aller Mitarbeiter. Wir haben gleichzeitig auch bestimmte Kriterien für das Prinzip von fair pay bei den Künstlern entwickelt. Gesamtgesellschaftlich sowie im Besonderen im Kulturbereich gibt es an sehr vielen Stellen noch Aufholarbeit zu leisten.

Lohntransparenz
„Seit heute arbeiten Frauen in Österreich wieder „gratis“. Eine Tatsache, die uns noch einige Zeit begleiten wird. Umso wichtiger ist es darum, alljährlich (und auch dazwischen) darauf aufmerksam zu machen und ein Bewusstsein zu schaffen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Frauen für dieselbe Arbeit denselben Lohn wie Männer bekommen. Wichtig wäre unter anderem die Lohntransparenz. Unternehmen sollten offenlegen, dass eine Lohngleichheit herrscht. Außerdem sollte es mehr Gleichgewicht geben, wenn es um die Kinderbetreuung geht“, erklärt Amélie van Tass.

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Ich habe bis heute nichts von diesem Tag gewusst. Ich finde den Unterschied nicht so arg, denn ich verdiene sehr gut in meinem Beruf und bin zufrieden, so wie es ist.

Katrin Harreither (32), Zahnarztassistentin

Sport als Vorbild
Die Leichtathletik ist hier schon weiter: „In puncto Preisgelder haben wir das gleiche Niveau wie Männer. Aber in gewissen Bereichen müssen sich Frauen noch immer mehr durchsetzen“, erklärt Niederösterreichs Top-Sportlerin Ivona Dadic.

Petra Weichhart
Petra Weichhart
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