18.10.2021 06:30 |

Schlechte Vorbereitung

Bergrettung: Immer mehr Einsätze wegen Leichtsinn

Die steirische Bergrettung hatte im Sommer alle Hände voll zu tun - unvorbereitete und leichtsinnige Berggeher werden zunehmend zum Problem. Tourenplanung ist das A und O.

„Gut die Hälfte der Einsätze im Sommer wäre mit richtiger Touren-Vorbereitung zu vermeiden gewesen“, bringt Michael Miggitsch, Landesleiter der steirischen Bergrettung, eine unerfreuliche Entwicklung auf den Punkt. Denn: Der Leichtsinn ist leider immer öfter fixer Begleiter auf Bergtouren.

Die steirische Bergrettung blickt auf einen fordernden Sommer zurück: Zwischen Mai und September kam es zu 230 Alpineinsätzen in der Steiermark, 259 Menschen kamen die Bergretter zur Hilfe - 112 davon waren unverletzt! Warum sie dennoch die Bergrettung alarmierten? Weil sie am Ende ihrer Kräfte waren, die Orientierung verloren hatten oder durch mangelnde Erfahrung oder Ausrüstung im unwegsamen Gelände einfach nicht mehr weiter wussten.

Enrico Radaelli, Bergretter in Liezen und Sprecher der Organisation, betont: „Ich kann es nur immer wieder wiederholen: Im Vorfeld der Tour muss man sich mit ihr auseinandersetzen – mit dem Wetter, der Wegstrecke, der konditionellen Verfassung.“ Und natürlich der richtigen Ausrüstung: Gerade im Herbst seien warme Kleidung, Haube und Handschuhe unverzichtbar. Auch eine Stirnlampe, ein Erste-Hilfe-Paket und ein aufgeladenes Handy gehören immer in den Rucksack.

Internet lockt Unerfahrene an
Das Problem der unzureichenden Vorbereitung wurde durch Corona noch verstärkt. Durch über das Internet beworbene „Modetouren“ stürmen immer mehr unerfahrene Menschen in die Berge. Steirische „Hotspots“ für Bergretter waren in dieser Saison wenig überraschend beliebte Alpin-Regionen wie Schladming-Dachstein oder das Gesäuse. Hierhin mussten die Einsatzkräfte sogar oft mehrmals täglich ausrücken.

Plaung im Winter umso wichtiger
Auf die fordernde Sommersaison folgt nun der wohl noch intensivere Winter. Bereits jetzt herrschen ab rund 1400 Metern winterliche Bedingungen, gibt Radaelli zu bedenken. Sorgfältige Tourenplanung ist im Winter umso wichtiger. Gerade Skitourenanfängern – der Sport erlebt seit Jahren enormen Zulauf – empfiehlt die Bergrettung einen Kurs bei einem alpinen Verein.

Aber was auch immer passiert: „Wir sind da, um zu helfen“, so Radaelli. Den Notruf 140 solle man so früh wie möglich tätigen, Zuwarten mache die Rettung nur schwieriger.

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