14.10.2021 18:00 |

Buchpräsentation

Trotz großen Erfolgs ist er am Teppich geblieben

„Es gibt keine Zufälle“: Nicht nur Biografie des Grazer Teppichhändlers Rohani, sondern 260 Seiten Lebenserfahrung. Auf Schloss Kornberg gibt er Freitagabend bunte Einblicke.

„Die Leute aus den Verbänden werden sich nicht freuen, auch nicht die geistlichen“, nimmt Huschang Rohani den Lesern vorweg. Der gebürtige Iraner ist für den Handel mit Orientteppichen bekannt. Dem Wunsch seiner Kunden, sein Leben auf Papier zu bringen, ist er nachgekommen. Es scheint sonderbar: In seiner Biographie geht es kaum um sein Imperium, sondern um die Geschichten rundherum: Über Religion, Mut, die Dummheit der Menschen.

Wie alles begann: Natürlich kein Zufall
„Entschuldigen Sie, aber woher kommen Sie?“ – „Persien“ – „Ah, Orientteppiche!“ – „Ich könnte Ihnen einen besorgen.“ So beginnt das Gespräch zwischen einer älteren Dame und dem 19-jährigen Studenten Rohani in einem Gasthaus in der Reitschulgasse in Graz - und damit startet auch sein exklusives Geschäft.

1959 kommt der junge Iraner am Grazer Hauptbahnhof an und will es einem persischen Bekannten gleichmachen: Mineralogie studieren, eine Erzlagerstätte finden und reich werden. Der Zufall will es anders. Zufall? Daran glaubt der mittlerweile 81-Jährige nicht: „Das Glück klopft an jeder Tür, man muss aufmachen, es reinlassen und pflegen.“ Das tut der junge Iraner mit Fleiß und Mut: Sein Teppichhandel spricht sich wie ein Lauffeuer herum. Nur eineinhalb Jahre nach Eröffnung seines ersten Geschäft in der Wienerstraße zieht er Anfang 1980 in die Münzgrabenstraße um.

Das Geheimnis des Huschang Rohani
„Wenn mein Vater nicht gestorben wäre, hätte er wahrscheinlich eine Transportfirma gegründet, die ich übernommen hätte. Im Zuge der Islamischen Revolution wäre ich enteignet worden, wäre mit Null geflüchtet und nie hierher gekommen.“ Selbst im Tod seines Vaters, der schon in seiner frühen Kindheit verstorben ist, sieht er ein Glück. Darin inbegriffen sind seine dänische Frau Bodil und die drei Söhne, die den Teppichhandel erfolgreich weiterführen. „Immer positiv denken“ und „Bösem nicht mit Bösem begegnen“. Dieses Erfolgsrezept verdankt er unter anderem auch seiner Religion, dem Bahaitum.

Mit seinen Geschichten, die er gemeinsam mit Claudia Ullrich niedergeschrieben hat, erzählt er nicht nur seinen Werdegang, sondern versucht die Welt ein Stück besser zu machen, ganz nach seinem Motto: „Man tut eine Tat nur der Tat wegen!“

Buchpräsentation „Es gibt keine Zufälle“ auf Schloss Kornberg am Freitag, 15. Oktober, um 18:30 Uhr.

Christina Koppelhuber
Christina Koppelhuber
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