Am kommenden Samstag, dem 26. März, findet der Stadtparteitag der Grazer Genossen statt. Dort will Müller auch von den "normalen" SP-Mitgliedern zum Chef gekürt werden. Der Parteivorstand und das Präsidium haben ihn ja schon abgenickt. Wegen der Sonderpension - 913.000 Euro, die sich Müller auf einmal auszahlen lassen kann - ist bei den Roten aber Feuer am Dach.
Joanneum-Job als Rückversicherung
Müller droht also ein schlechtes Ergebnis am Parteitag. Was läge also näher, als nach einer Schlappe einfach Geschäftsführer des JR zu bleiben? Die "Krone" stellte Müller eine simple Frage: "Wieso haben Sie die 'Einvernehmliche' noch nicht unterschrieben?" Müllers Antwort lässt tief blicken: "Bitte befragen Sie dazu meinen Eigentümer-Vertreter im Land Steiermark."
Zur Erklärung: Das JR ist im Hauptbesitz des Landes. Rot und Schwarz haben Müller die Sonderpension zuerkannt, obwohl ihm diese nicht zugestanden wäre, weil er ja von sich aus gehen wollte.
Landesrätin verlangt "Handschlagqualität"
Müllers zuständige Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder (VP) findet klare Worte: "In Österreich gibt es Handschlagqualität. Ich gehe also davon aus, dass Müller sein Wort hält und unterschreibt." Für den Fall, dass Müller aber doch JR-Chef bleiben will, droht ein langer Rechtsstreit, dessen Ausgang ungewiss ist.
In allen Bereichen, auch im Sozialbereich, gibt es Kürzungen. Das ganze Land steht im Bann eines rigiden und notwendigen Sparkurses. Müllers maßloses Beharren auf Sonderpension und Hintertür ist ein Affront gegenüber allen, die vom Sparkurs betroffen sind!
von Gerald Richter, "Steirerkrone"
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