Fast 500.000 Euro

Gemeindebund-Chef verdiente an Grundstücks-Deal

Seit Juli rollen in Grafenwörth im niederösterreichischen Bezirk Tulln die Bagger. Noch vor dem Spatenstich im Juli hat sich das Megaprojekt „Sonnenweiher“ allerdings für Bürgermeister Alfred Riedl bezahlt gemacht. Laut Grundbuch kassierte er mindestens 476.000 Euro für den Verkauf seiner Grundstücke. „Alles vorschriftsmäßig“, wissen selbst Riedls Kritiker. Für die NEOS bleibt allerdings eine schiefe Optik.

Mehr als 200 Häuser, ein Hotel, eine Ausbildungsstätte für Pflegekräfte sowie ein eigens angelegter See - all das vereint das Megaprojekt „Sonnenweiher“. Auf rund 14 Hektar Baufläche wird seit dem Spatenstich im Juli am Ortsende von Grafenwörth gebaut. „Dieses Projekt gibt unserer Gemeinde wichtige Impulse“, weiß ÖVP-Bürgermeister und Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl. Widersprechen will ihm da zwar niemand. Kritik gibt es aber an Riedls „persönlichem Bezug“ zu dem Projekt.

Ackerland umgewidmet
Noch vor dem Baustart soll sich das Vorhaben für Riedl selbst nämlich bezahlt gemacht haben. Laut den NEOS - Riedl hatte deren Chefin Beate Meinl-Reisinger zuletzt noch für ihren Reformvorschlag zur Flächenwidmung kritisiert – gehörte mindestens die Hälfte der verbauten Fläche bis zuletzt Riedl selbst. Er habe Teile dieser Fläche als Ackerland erworben, ehe diese im Gemeinderat zu Bauland umgewidmet wurde.

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Ich bin mir keiner Schuld bewusst und habe auf den Cent genau so viel verdient wie alle anderen Grundstückseigentümer.

Bürgermeister Alfred Riedl

„Bin mir keiner Schuld bewusst“
Für den Verkauf seiner Grundstücke soll der VP-Politiker mindestens 476.000 Euro erhalten haben - was er auf „Krone“-Anfrage bestätigt. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst und habe auf den Cent genau so viel verdient wie alle anderen Grundstückseigentümer. Alle Varianten für das Bauprojekt wurden von offizieller Stelle geprüft. Letztlich fiel die Entscheidung dann auf ein Grundstück, das ich geerbt habe“, erklärt Riedl.

Auch Vertreter anderer Parteien bestätigen, dass Riedl die Gemeinderatssitzung bei der Widmung der Flächen vorschriftsmäßig verlassen habe. Für NEOS-Landessprecherin Indra Collini steht aber fest: „Die intransparente Flächenwidmung erlaubt es, dass einige wenige gute Geschäfte machen. Die Widmungskompetenz muss stärker auf die Länder verlagert werden.“

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