06.09.2021 08:00 |

Innsbrucker Mediziner:

„Nicht die ganze Klasse in Quarantäne schicken!“

Für Kinder und Jugendliche im Osten Österreichs beginnt heute, Montag, wieder der „Ernst des Lebens“. Jene im Westen können noch eine Woche die Ferien genießen, bevor die Türen zu den Klassenzimmern wieder geöffnet werden. Eine große Frage, die vor allem die Eltern umtreibt: Was genau passiert bei einem Corona-Fall? Wer und wie viele Kinder bzw. Jugendliche müssen zu Hause bleiben? Diese Entscheidung trifft die lokale Gesundheitsbehörde individuell. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht.

Diese fordern nun jedoch in einem Interview mit der APA der Direktor der Innsbrucker Kinderklinik, Thomas Müller, sowie der Epidemiologe Peter Willeit von der Medizinischen Universität Innsbruck. Unisono plädieren beide Experten, dass bei einem Corona-Fall nicht die gesamte Klasse in Quarantäne geschickt wird. Stattdessen sprechen sich Müller und Willeit dafür aus, dass sich nicht geimpfte K1-Schüler regelmäßig einem PCR-Test unterziehen und eine FFP2-Maske tragen sollen, während gesunde Geimpfte ohne Testungen weiter in den Unterricht kommen dürfen.

PCR-Test-Intervall von 48 Stunden für zehn Tage
Konkret würde das Szenario wie folgt aussehen: Kommt es zu einem positiven Fall, setzen alle Kinder eine Maske auf und bleiben bis Unterrichtsende in der Schule. Anschließend werden PCR-Tests durchgeführt und die negativ getesteten Kinder dürfen mit einer FFP2-Maske in den Unterricht zurückkehren. Gesunde und geimpfte bzw. genesene Kinder können ohne PCR-Test in der Klasse bleiben. Bis zu zehn Tage könne dann ein PCR-Test-Intervall von 48 Stunden durchgezogen werden.

Zitat Icon

Wir sehen die Lösung in PCR-Testungen und dem Tragen von FFP2-Masken von nicht geimpften K1-Schülern, während gesunde Geimpfte ohne Test weiter in die Schule gehen.

Thomas Müller, Direktor der Innsbrucker Kinderklinik

„Bei mehreren Fällen in Kurzquarantäne gehen“
Sollten doch mehrere Kinder positiv getestet werden, dann - so der Vorschlag von Müller - müssen alle Kinder in eine Kurzquarantäne, aus der man sich nach fünf Tagen wieder freitesten kann. Für den Kinderklinik-Direktor ist klar, dass „wir nicht jede Infektion in den Schulen vermeiden werden können. Sonst müssten wir die Schulen geschlossen lassen - und das will niemand“.

Impfempfehlung für die über Zwölfjährigen
Abschließend spricht Müller für alle Kinder über zwölf Jahren eine eindeutige Empfehlung aus, sich impfen zu lassen. Unzählige Erfahrungen aus Kanada, den USA und Europa hätten nämlich klar gezeigt: „Schwere Nebenwirkungen hat es nicht gegeben.“ Und sollte in sehr seltenen Fällen doch eine milde Herzmuskelentzündung auftreten, könne diese „in wenigen Tagen gut ausheilen“.

Manuel Schwaiger
Manuel Schwaiger
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