02.09.2021 08:47 |

Unternehmer berichtet

Zähe Personalsuche: „Wir müssen Aufträge ablehnen“

Der Wirtschaftsmotor brummt, die Arbeitslosigkeit sinkt - doch gleichzeitig gibt es extrem viele offene Stellen und viele Betriebe suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Darunter ist - trotz intensiver Bemühungen - das Liebocher Installationsunternehmen Bodlos. Aufträge müssen bereits abgelehnt werden. Ein Lichtblick sind vier neue Lehrlinge.

Zwei Fliesenleger, ein bis zwei neue Monteure, eine Einzelhandelsfachkraft: So lautet die Wunschliste von Erwin Bodlos, Geschäftsführer des Installationsbetriebs Josef Bodlos mit etwas mehr als 50 Mitarbeitern in Lieboch. Wie schwierig es wird, geeignetes Personal zu finden, ist ihm bewusst: „Wir verstärken die Suche wieder im Herbst, im Sommer bringt das erfahrungsgemäß gar nichts.“

Bezahlung „weit über Kollektivvertrag“
Man schaltet Inserate auf Jobportalen, ist in sozialen Netzwerken aktiv, geht auf Messen - und hofft so, die Fachkräfte zu finden. Dass „weit über Kollektivvertrag“ bezahlt wird, versteht sich beinahe von selbst. Bei den Lehrlingen tragen diese Bemühungen nach Jahren Früchte. „Heuer konnten wir endlich wieder vier Lehrlinge aufnehmen. Zuletzt war es oft nur einer im Jahr - oder teils gar keiner.“

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Heuer konnten wir endlich wieder vier Lehrlinge aufnehmen. Zuletzt war es oft nur einer im Jahr - oder teils gar keiner.

Erwin Bodlos

Kaum Quereinsteiger verfügbar
Was Bodlos verwundert: Es sind kaum Quereinsteiger aus anderen Branchen zu bekommen. Das AMS biete zwar ein „gut funktionierendes“ Programm zur Umschulung, etwa für ehemalige Industriemitarbeiter - es werde aber kaum genutzt.

Dass am Arbeitsmarkt die Balance zwischen nachgefragten und angebotenen Qualifikationen nicht passt, findet auch Experte Ewald Verhounig von der steirischen Wirtschaftskammer. Offene Stellen könnten oft nur über arbeitsplatznahe Ausbildungen und Schulungen besetzt werden.

„Wir sind auf Monate komplett ausgebucht“
Welche Folgen Personalknappheit für Betriebe trotz brummenden Wirtschaftsmotors haben kann, erlebt derzeit Erwin Bodlos: „Wir sind auf drei bis fünf Monate komplett ausgebucht und können nicht einmal zwei Tage irgendwie dazwischen einschieben. Wir müssen sogar Aufträge ablehnen.“

Jakob Traby
Jakob Traby
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