Trauriges Saisonende

Licht aus für die 99ers: k. o. gegen “Caps” in Overtime

Steiermark
07.03.2011 09:18
Die Eishockey-Saison ist für die Graz 99ers beendet: Corry Larose blies dem Gilligan-Team in der siebenten Minute des Overtime-Krimis im vierten Viertelfinalspiel am Sonntagabend endgültig mit 4:3 das Licht aus. Was keiner der 3.000 Fans im Liebenauer Bunker fassen konnte - denn nach 55 Minuten hatten die 99ers mit 3:0 geführt. Dann allerdings verschenkten sie den sicheren Sieg.

Was für ein trauriges Spiel für die Grazer! Mit dem drohenden Saisonende vor Augen begannen die 99ers am Sonntag wie ausgewechselt: Bissig, giftig, fest entschlossen, den ersten von vier Wiener Matchbällen abzuwehren. Die Capitals hingegen zeigten eine überhebliche "Kürlauf-Exhibition" und waren nach 55 Minuten praktisch "beerdigt" - die 99ers führten 3:0!

Dank der bisher kaltblütigsten Powerplay-Auswertung der Saison: In vier Überzahlspielen klingelte es drei Mal! Chris Harand traf im ersten Überzahlspiel, Jamie Hunt erzielte im zweiten Drittel (nachdem zuvor noch ein Lenes-Treffer wegen Torraumabseits aberkannt worden war) sein Premieren-Tor - und nach Quinn Hancocks 3:0 schien die Party gelaufen.

Doch was dann kam, war für die 3.000 Fans unfassbar: Das Anschlusstor von Ofner (55.) nahm noch keiner ernst, aber als Weinhandl bei einem Fortier-Schuss (58.) fast von der Mittellinie patzte, begann das Nervenflattern. Nur 21 Sekunden später (!) setzte Rodman dem 99ers-Goalie den Ausgleich zwischen die Schoner. Ergo musste der erste "Sudden-death-Overtime-Krimi" (den Patrick Harand verletzt verpasste) die Entscheidung bringen: Tremblay setzte die erste Chance auf ein fünftes Viertelfinalspiel an die Stange - das rächte sich: Corry Larose fälschte einen Schuss unhaltbar ab, drehte damit den 99ers das Licht endgültig ab. Die Enttäuschung über das Aus in vier Spielen war riesengroß.

"Ein Spiegelbild dieser Saison"
Caps-Feldherr Kevin Gaudet jubelte, als hätte er den Doppel-Jackpot geknackt! "So etwas hab ich ja noch nie erlebt - ich bin heute von der Hölle in den Himmel geritten!" Das war die Jubelseite dieses unfassbaren Overtime-Krimis, in dem sich die 99ers wirklich großartig präsentiert hatten. Aber dann kam das Fallbeil - aus, vorbei, nur noch Ferien, die niemanden freuen. "Wenn man ein Match derart dominiert wie wir heute, wenn man so überlegen ist, es so klar im Griff hat - und dann patzt der Tormann bei drei Schüssen drei Mal. Wie dieses Spiel geendet hat, ist einfach unglaublich."

Man sah Graz-Coach Bill Gilligan die große Enttäuschung natürlich an - wieder k. o. im Viertelfinale, wie im Vorjahr. Und jetzt? "Ich weiß nicht, wie es weitergeht, wir werden analysieren, diskutieren. Aber es ist sehr einfach zu gehen, wenn man keinen Erfolg hat. Warren Norris brachte es auf den Punkt: "Wir haben noch einen Weg gefunden, zu verlieren - es war ein Spiegelbild der ganzen Saison."

von Volker Silli, "Steirerkrone"
Bild: Ricardo

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