Richard Greil ist ärztlicher Leiter des Corona-Krisenstabes und spricht im „Krone“-Interview über die vierte Welle und die Bedeutung von neuen Mutationsformen.
Herr Greil, steuern wir auf die vierte Welle zu?
Wir sind sogar schon längst mittendrin. Die Neuinfektionsraten steigen steil und auch die Hospitalisierungsraten werden mehr. Ein paar Experten waren in der Vergangenheit der Meinung, dass die vierte Welle keine Bedeutung mehr für die Spitäler haben würde. Wir erfahren jedoch gerade, dass das nicht so ist.
Ist die neue Lambda-Mutation für den Anstieg verantwortlich?
Das ist schwer einzuschätzen, jedoch ist die Mutationsform, die vorwiegend in Kolumbien und in Südamerika aufgetreten ist, noch recht wenig verbreitet. Es ist jedoch so, dass sie bereits im Juni als besorgniserregende Virusvariante eingestuft wurde.
Was unterscheidet die neue Variante von der Delta-Mutation?
Es gibt bereits erste Daten, dass diese Mutation eine höhere Infektiosität aufweist und gleichzeitig gewisse Impfstoffe bei dieser Variante nicht so gut wirken. Man geht aber glücklicherweise davon aus, dass die mRNA-Impfstoffe bei der Lambda-Mutation genauso gut wirken wie bei den anderen Mutationsformen. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass die Variante auch den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst.
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