Innovative Mönche

Franziskanerkloster in Graz wird saniert – Gönner gesucht!

Steiermark
03.03.2011 16:50
Das Grazer Franziskanerkloster wird derzeit von Grund auf saniert. Doch es fehlt am Mammon. Die Mönche haben sich daher eine originelle Art der Geldbeschaffung einfallen lassen. Nun hoffen sie auf zahlreiche Gönner...

"Wer etwas baut, sollte eine Vision für die kommenden 100 Jahre haben", sagt Bruder Matthias (Bild). Er ist der "Häuptling" der Franziskaner. Der Bettelorden baut um. Hinter den alten Mauern wird eifrig gehämmert und gebohrt. Das Kloster im Herzen der Grazer Altstadt wird von Grund auf saniert und soll nun zum Passiv-Haus werden. Die Vision der Mönche: kein CO2-Ausstoß sowie eine ausgeglichene Energiebilanz.

1,8 Millionen Euro gesucht
Zwei Drittel der Arbeiten sind bereits erledigt. Zeit zum Verschnaufen bleibt dennoch nicht. Denn es hapert bei der Marie! Die bisherigen Arbeiten schlagen sich mit etwa fünf Millionen Euro zu Buche. "Davon fehlen derzeit etwa 1,8 Millionen Euro", sagt Bruder Matthias. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Die Pforte, das ist die Schwelle zur Klausur - also zu jenem Bereich, in dem die Mönche leben - wurde zu einer, wie es Bruder Matthias nennt, "modernen Klagemauer" umgestaltet. Sieht aus wie ein Mosaik aus großen und kleinen Röhren. Darin können sich Gönner verewigen. Mit einer Nachricht an die Nachwelt. Kostet je nach Größe 100, 300, oder 1.000 Euro. Übrigens alles steuerlich absetzbar.

Altstadtanwalt gegen Solaranlage
Das liebe Geld ist jedoch nicht die einzige "offene Baustelle". Der Grazer Altstadtanwalt hat gegen die Solaranlage - sie soll an der Südseite des Klosters angebracht werden - Berufung eingelegt. "Das Denkmalamt hat seinen Segen gegeben, der internationale Rat für Denkmalpflege (wacht über dem Weltkulturerbe, Anm.) ebenso, nur der Altstadtanwalt sagt 'Nein!'", versteht Bruder Matthias die Welt nicht mehr. Die Solaranlage sei das Herzstück.

"Mit ihr steht und fällt das thermische Konzept." Die Franziskaner befürchten daher, dass sie um bereits zugesagte Förderungen aus dem Klimafonds umfallen könnten. Zudem sei die dafür nötigen Infrastruktur–Leitungen etc. - bereits errichtet worden. "Gar nicht auszudenken, wenn das alles für nix war", will er den Teufel nicht an die Wand malen.

von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"

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