Damen-Skispringen

Steirerin Daniela Iraschko holt in Oslo WM-Gold

Steiermark
25.02.2011 17:19
Die Steirerin Daniela Iraschko hat bei der Nordischen WM in Oslo die erste Medaille für Österreich geholt - und die glänzt gleich in Gold. Die Steirerin, schon vor dem von Wind und Nebel beeinträchtigten Bewerb als große Favoritin gehandelt, setzte sich mit 13 Punkten Vorsprung vor der Südtirolerin Elena Runggaldier durch. Dritte wurde die Französin Coline Mattel.

Iraschko sagte zu ihrer tollen Leistung: "Ich bin froh, dass mir das so gut gelungen ist. Ich habe meinen Sprung ganz entschlossen durchgezogen, obwohl ich viel Wind am Absprung hatte. Ich habe auch im Finale noch einmal voll angegriffen und jetzt bin ich endlich Weltmeisterin. Jetzt wird ordentlich gefeiert."

Hinter Iraschkos Antreten war nach einer am 12. Februar erlittenen Kapselverletzung im rechten Knie zuletzt ein großes Fragezeichen gestanden. Erst im letzten Moment ist die 27-Jährige am Mittwoch nach Oslo angereist.

Totalabsturz von Seifriedberger
Österreichs zweite Starterin, Jaqueline Seifriedsberger, ist leider total abgestürzt. Die Oberösterreicherin kam nicht über die Weite von 71,1 Meter hinaus und bekam dafür 78 Punkte. Seifreidsberger wurde schließlich nur 32. und durfte im Finale gar nicht mehr antreten. Danach meinte sie enttäuscht: "Schade, dass es nicht einmal für den zweiten Durchgang gereicht hat. Aber das Leben geht weiter." Sie teilte das Schicksal mit Titelverteidigerin Lindsey Van aus den USA, die als 34. ebenfalls das Finale nicht erreichte.

Zum zweiten Mal nach der Premiere in Liberec vor zwei Jahren kämpfen die Skisprung-Damen um WM-Medaillen. Vor zwei Jahren hatte Iraschko kein Glück gehabt und landete nur auf dem undankbaren vierten Platz. Damals habe sie sich zwar sehr geärgert, doch letztlich sei sie dadurch nur besser geworden, erzählte sie.

Gerne anders als die anderen
Der breiten Öffentlichkeit ist der Name Daniela Iraschko nach wie vor noch wenig bekannt. "Ich bin in Eisenerz aufgewachsen, da habe ich das Skispringen schon als Kind gekannt und das wollte ich immer schon", meinte Iraschko zu ihrer ungewöhnlichen Karriere. Sie ist die derzeit nicht nur beste ÖSV-Springerin, sondern hat sich nach zehn Saisonsiegen sogar den Gesamt-Sieg im Kontinentalcup gesichert. Ab 2011/12 wird es mit der Einführung des Weltcups endlich auch etwas mehr Geld und Ehren für die weiblichen "Adler" geben, selbst von zehn Siegen zu je rund 300 Euro konnte Iraschko nicht wirklich leben.

Mit dem Weltmeistertitel hat sie dem für Frauen noch jungen Sport in Österreich wohl ein weiteres Tor geöffnet. Dabei hätte ihre Karriere auch durchaus in anderen Sportarten enden können. "Meine Eltern haben gesagt, mach lieber etwas anderes. Als ich dann in die Sporthauptschule gekommen bin, habe ich mit Langlaufen begonnen, aber das war dann so langweilig nach einem Jahr." Iraschko setzte mit 11 ihren Wunsch gegen ihre Eltern durch und viele Jahre später wurde ihr Traum von einer WM in diesem Sport Realität. Jener von einer Medaille aber erst zwei Jahre nach Liberec in Oslo.

Bunte Haare und freche Sprüche
Mit ihrer bunten Haartracht und extrovertierten Art erinnert sie ein wenig an den früheren Skeleton-Olympia-Silbernen Martin Rettl. Sie will auffallen, hat immer gerne einen frechen Spruch auf den Lippen - das gibt sie auch unumwunden zu. "Das hat mir immer schon gefallen. Ich wollte auch nie irgendwie normal ausschauen, wollte irgendwie einzigartig sein. Mir gefällt das auch, wenn man ein bisserl auffällt. Ich glaube, das ist nichts Schlechtes."

Zum Ausgleich im Sommer geht Iraschko nach wie vor ihrer zweiten sportlichen Leidenschaft nach: Im Sommer spielt sie immer für den FC Wacker Innsbruck der Frauen als Torhüterin. "Das ist für Daniela notwendig, um einen gewissen Ausgleich zum Skispringen zu schaffen", erklärt Damen-Sprunglauf-Referent Gerald Daringer.

Ergebnisse - Damen-Skispringen

1. Daniela Iraschko (AUT) 231,7 Punkte (97,0 m/97,0 m)

2. Elena Runggaldier (ITA) 218,9 (97,5/93,5)

3. Coline Mattel (FRA) 211,5 (92,0/97,0)

4. Eva Logar (SLO) 197,9 (91,0/88,5)

5. Maja Vtic (SLO) 196,0 (88,5/97,0)

6. Sara Takanashi (JPN) 195,0 (92,0/93,0)

7. Ayumi Watase (JPN) 192,8 (89,0/93,0)

8. Evelyn Insam (ITA) 188,1 (94,5/87,5)

9. Melanie Faisst (GER) 185,1 (88,0/92,0)

10. Line Jahr (NOR) 181,3 (89,5/84,5)

Weiters (nicht für 2. Durchgang qualifiziert):

32. Jacqueline Seifriedsberger 71,1 (AUT/78,0 m)

Video-Quelle: ORF

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