07.08.2021 07:00 |

Vorzeige-Bauer

Der „Sprudel“ für den Traktor kommt vom Feld

Hannes Karner aus der Oststeiermark ist nicht nur einer, der vor Ideen sprüht und sie auch kraftvoll umsetzt - er ist auch „Vorzeige-Bauer“ in Sachen Klimaschutz. Er macht sogar seinen Strom selbst, fährt mit Pflanzenöl und nutzt sämtliche Synergien für seine Kreislaufwirtschaft.

Zunächst waren es, das gibt er unumwunden zu, rein wirtschaftliche Überlegungen, die Hannes Karner vor 19 Jahren zum Umstieg bewegten - nämlich auf Bio. Aber heute, sagen er und seine Frau Nicole, „machen wir es aus Überzeugung und möchten es gar nicht mehr anders“.

Und man merkt dem reschen Oststeirer an, dass er nicht „nur“ mit Herzblut tut, was er tut - sondern dass ihn auch der Ehrgeiz gepackt hat. Nämlich in Sachen Klimaschutz alles zu optimieren, was möglich ist; dafür durchleuchtet er sämtliche Ecken seines schönen Betriebes in St. Margarethen an der Raab.

Großteil des Stroms kommt von der Solaranlage
Erreicht hat er schon richtig viel: Eine 50-KW-Fotovoltaikanlage, die sich großzügig auf den Dachflächen seines Betriebes ausbreitet, deckt mittlerweile schon zwei Drittel seines gesamten Strombedarfes ab. Ein Transporter und ein Auto auf Elektrobasis machen die Eheleute mit den vier entzückenden Kindern im Alter zwischen drei und zwölf Jahren mobil.

Die beiden Traktoren fahren mit Pflanzenöl - das vom eigenen Feld kommt! Hannes Karner: „Von den 1600 Betriebsstunden, die sie jährlich im Einsatz sind, können wir schon 1400 auf biologischer Basis fahren.“ Nur wenn es im Winter zu kalt wird, muckt der Traktor übers Öl auf und Diesel muss her.

Ein echte Kreislauf-Wirtschaft
Was bei Karners Wirtschaft auch so auffällt ist, dass es wirklich eine Kreislauf-Wirtschaft ist: Das Öl, das die Traktoren in Fahrt setzt, presst er sich selbst aus den Sonnenblumen, die hier in gelber, tausendfacher Pracht stehen.

Das Futter für seine Tausenden Legehennen, die hier in schönster Freiheit herumrennen, kann er mittlerweile zu 100 Prozent auf seinem eigenen Betrieb herstellen. Und damit den größten Kostenfaktor auf diesem Sektor, das Futter, drastisch reduzieren.

Scharfe Sache: Erfolg mit Bio-Kren
Ein Alleinstellungsmerkmal hat er sich mit seinem würzigen Biokren geschaffen; dafür nimmt er in Kauf, dass er trotz 1000 Arbeitsstunden jährlich nur die Hälfte des Ertrages eines konventionellen Feld erzielt. Der Biokren wird ihm aus der Hand gerissen; und was überbleibt wird zur herrlichen Paste.

Übrigens: Einst hat er einige Aroniasträucher angesetzt, hauptsächlich, damit die Hühner Schatten und Schutz vor Raubvögel haben. Heute kultiviert er Aronia auf 16 Hektar, ein großer Teil davon geht in Saft und Schokolade. Die gibt es dann auch im Hofladen, nebst (natürlich selbst hergestelltem) bestem Kernöl, Frischeiern und Nudeln.

„Für uns der richtige Weg“
Dass mit Hackschnitzel geheizt wird, die ebenso aus dem eigenen Betrieb kommen, sei nur noch der Ordnung halber gesagt

Hannes Karner hat es damit zum Vorzeige-Klimaschutzbauern gebracht. „Ich bewerte niemanden, der das anders macht, ganz im Gegenteil. Aber für uns ist es der richtige Weg.“

Christa Blümel
Christa Blümel
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