06.08.2021 08:00 |

ZAMG

Kluge Köpfe in der Grazer „Wetterküche“

„Wie wird das Wetter morgen?“: Diese Frage stellt sich jeder von uns. Die Zamg in Graz kennt die Antwort. Dahinter stecken Experten und natürlich hochmoderne Technologie.

Es ist ein unscheinbares gelbes Haus in der Grazer Klusemannstraße - nur die Gerätschaften im Garten und auf dem Dach weisen darauf hin, dass es sich bei dem Gebäude um mehr als ein einfaches Wohnhaus handelt. Im Jahr 2007 zog die Regionalstelle der Zamg an diesen Standort. Ihr Leiter Alexander Podesser kann 17 Mitarbeiter zu seinem Team zählen: „Wir sind nicht ausschließlich Meteorologen, sondern auch Umweltsystemwissenschaftler, Geografen und Physiker“, sagt Podesser, der seit über 20 Jahren bei der Regionalstelle arbeitet.

In ganz Österreich gibt es 260 Stationen, die Wetterdaten aufzeichnen, in der Steiermark alleine sind es 43. Die Zamg in Graz hat Messgeräte für die Globalstrahlung, den Wind und die Sonnenscheindauer am Dach.

Neben dem Gebäude befinden sich Geräte, mit denen die Bodentemperatur, der Niederschlag und die Schneehöhe gemessen werden. In der Wetterhütte werden die Temperatur und die Feuchtigkeit aufgezeichnet.

Eine Besonderheit ist der Übungsmast im Garten: Die Grazer sind nämlich auch für den Lawinenwarndienst in der Steiermark und Niederösterreich verantwortlich. Rund 40 Lawinenstationen im Hochgebirge sind dafür im Einsatz: „Wir müssen solche hohen Stationen im Gebirge im Winter benutzen können. Dafür machen wir hier das Sicherheitstraining“, erklärt Podesser.

Die Messungen der Station werden gespeichert und alle zehn Minuten in die ganze Welt verschickt. Im Büro im oberen Stock befindet sich ein Tisch mit acht Monitoren - Bildschirme voller Zahlen und Grafiken leuchten einem entgegen.

So wird das Wetter vorhergesagt
„Hier sieht man die Daten, die unsere Wetterstation gemessen hat. Ich kann mir den Ist-Zustand oder Prognosemodelle ansehen. Die Prognosen funktionieren alle automatisch, unsere Aufgabe ist es dann, das zu verschriftlichen“, führt Podesser aus.

Grundsätzlich wird das Wetter für bis zu zehn Tage vorhergesagt. Bei manchen Parametern funktionieren diese Vorhersagen besser, zum Beispiel bei Temperaturen - schwieriger wird es schon bei Gewittern: „Wir können leider nicht punktgenau sagen, wo und wann ein Gewitter niedergeht“, bedauert Podesser.

Für Prognosen können einige Modelle herangezogen werden, die unterschiedlich große Gebiete abdecken. Das globale Modell heißt ECMWF, berechnet wird es von einem „Super-Computer“ in England, es gibt aber auch kleinere Modelle: Umso feiner die räumliche Auflösung aber wird, desto weniger weit kann man in die Zukunft schauen.

Die aktuelle Prognose aus der steirischen „Wetterküche“: Nach einer ergiebigen „Regenzeit“ wird es laut Experten am Wochenende zumindest kurzzeitig wieder sommerlich warm.

Katrin Löschnig

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