Die Baggerschaufeln stehen still, stattdessen regieren Hände und Feinwerkzeug. Die Archäologen haben rund um den Skelettfund von Matrei das Sagen. Wichtig sei nun die behutsame Bergung und Dokumentation. "Es geht vor allem darum, wie die Toten begraben wurden", erklärt Alexander Zanecso, der die Grabungen leitet. Sieben bis acht Leichen seien bisher entdeckt worden, zum Großteil handelt es sich um junge Erwachsene, präzisiert der Archäologe.
Gefallene feindliche Soldaten?
Wann die Leichen hier begraben wurden, lässt sich noch nicht sagen, aber dass sie "lieb- und pietätlos bestattet" wurden – das steht für Alexander Zanesco schon fest. Sie dürften einfach in eine Grube geworfen worden sein. Das spreche dafür, dass es sich um gefallene feindliche Soldaten handle. Hätten die Toten zur dörflichen Gemeinschaft gehört, wären sie ganz sicher nicht so begraben worden.
Hoffen auf Beifunde
Nach der Bergung der Skelette, die noch diese Woche abgeschlossen sein dürfte, beschäftigt sich ein Anthropologe mit den Funden. Dabei geht es um die Frage, wie alt die Verstorbenen zum Zeitpunkt des Todes waren und ob sie eventuelle Krankheiten hatten. Wann sie gestorben sind, lässt sich mit wissenschaftlichen Methoden schwer herausfinden. "Dafür sind die Skelette zu jung", erklärt Zanesco, der in dieser Frage auf die Beifunde hofft.
von Stefan Ruef, Tiroler Krone









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