13.07.2021 06:00 |

Impfen ohne Termin

Salzburg verliert beim Bundesländer-Vergleich

Zuerst war man zuversichtlich – und dann blieben doch viele Impfdosen übrig. Beim ersten Salzburger Spontan-Impfen hielt sich der Ansturm in Grenzen – anders als in Tirol.

Am Freitagnachmittag war die Freude groß – weil die Warteschlangen vor dem Salzburger Kongresshaus so lang waren. Es kamen 660 Salzburger, um sich ihre Dosis Johnson&Johnson abzuholen. Daraufhin erhöhte das Land die Impfstoff-Kontingente für das terminlose Impfen am Samstag – und wurde bitter enttäuscht. In der Stadt Salzburg kamen über den ganzen Tag verteilt nur 671 Impfwillige, in die Impfstraße nach St. Johann setzten überhaupt nur 225 Personen einen Fuß. Alles in allem wurden 1556 Impfdosen verbraucht – bereitgestellt waren 2400 Dosen.

Somit hielt sich der Andrang vergangenes Wochenende sehr in Grenzen. Ganz anders verliefen die Impfaktionen dagegen in Tirol. So wurden im Nachbar-Bundesland am vorherigen Wochenende 13.000 Menschen spontan geimpft, vergangenes Wochenende waren es wiederum mehr als 7500. Insgesamt haben also schon mehr als 20.000 Tiroler das Angebot angenommen.

Warum der Unterschied so groß ist? „Das ist derzeit noch nicht klar, ich bin mir aber sicher, dass der große Unterschied verschiedene Gründe haben wird. Im Moment analysieren wir das“, sagt Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP).

Breiteres Angebot und Impfbusse in Zentren
In Tirol gibt es die Sonderimpf-Aktionen an zehn Impfstraßen im Bundesland. Außerdem sind zwei Impfbusse unterwegs. Die Wartezeiten kann man sich im Internet in Echtzeit ansehen. In Salzburg, wo die Immunisierung großteils über die Hausärzte abgewickelt wird, sind nur zwei Impfstraßen im Einsatz.

Will man ähnliche Zahlen wie Tirol erreichen, muss das Land wohl etwas an der Strategie ändern. Ob man Ideen aus Tirol übernehmen wolle, war am Montag noch nicht klar. So befände sich die weitere Vorgehensweise gerade in Ausarbeitung, hieß es vom Land. Auf jeden Fall seien weitere Impfaktionen geplant oder gerade in Planung.

Die Impfbereitschaft steigt mit dem Alter
Während die 7-Tage-Inzidenz in Salzburg und auch im Rest Österreichs wieder ansteigt, sind 44 Prozent der Salzburger vollimmunisiert. Etwa 60 Prozent haben zumindest den Erststich hinter sich. Von den Zwölf- bis Vierzehnjährigen kann man die Vollimmunisierten fast noch an einer Hand abzählen, sechs Prozent haben jedoch zumindest die erste Dosis erhalten.

Marie Schulz
Marie Schulz
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