Aktuelle Prognose

Graz wird älter, Obersteiermark stirbt aus

Steiermark
12.02.2011 10:26
Die Lebenserwartung steigt, die Zahl der Geburten sinkt, die Obersteiermark stirbt aus: Das ist der neueste Befund von Demographen, die den ersten steirischen "Generationenbericht" erarbeitet haben. Er stellt Gesellschaft und Politik vor große Herausforderungen.

Drei Damen haben sich intensiv mit dem so wichtigen Zusammenleben von Jung und Alt befasst: SP-Familienlandesrätin Elisabeth Grossmann, ORF-Legende Christine Brunnsteiner, Studienautorin Kirsten Tangemann.

Tangemann hat für das Land den ersten Generationenbericht erstellt; mit dem Ziel, rechtzeitig auf gesellschaftliche Prozesse reagieren zu können. Tatsächlich steht die Steiermark vor einschneidenden demographischen Veränderungen. Der dramatische Bevölkerungsrückgang, eine zunehmende Zahl älterer Menschen und wachsende kulturelle Unterschiede stellen auch die Politik vor neue Herausforderungen. Denen man sich aber stellen will, wie Grossmann versichert.

Oberland immer dünner besiedelt
Die Details: Das Durchschnittsalter der Steirer beträgt aktuell 42,3 Jahre, Leoben ist mit 45,8 Jahren "ältester" Bezirk. 2030 wird das durchschnittliche Alter auf 46,1 Jahre ansteigen. Das Oberland ist am stärksten von Überalterung und Abwanderung betroffen, nur noch ein Viertel der Gesamtbevölkerung wird dort leben. Graz und Umgebung profitieren vom Zuzug.

Während 1970 eine Frau noch durchschnittlich 2,3 Kinder zur Welt brachte, sind es heute nur noch 1,4. Die Lebenserwartung steigt pro Jahrzehnt um 2,5 Jahre, so die letzten Prognosen. Das Zusammenleben zwischen Jung und Alt wird immer wichtiger.

Daten und Fakten

  • In der Steiermark gibt es laut Generationenbericht bereits um 70 Prozent mehr Senioren als Kinder. 2020 wird jeweils eine Person im erwerbsfähigen Alter eine nicht erwerbstätige erhalten.
  • Die Altersgruppe der 60- bis 84-Jährigen wird bis 2035 um 48 (!) Prozent anwachsen.
  • Die Bevölkerung in der gesamten Obersteiermark wird bis 2030 auf etwa 320.000 Einwohner zurückgehen.
  • Im Zentralraum Graz (Graz, Graz-Umgebung und Leibnitz) werden in gut 20 Jahren mehr als eine halbe Million Menschen leben. Die Zahl der Ausländer steigt.

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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