Besuch im Gebetshaus

Muslime: "Haben selbst Angst vor Radikalen!"

Steiermark
12.02.2011 10:19
Laut Staatspolizei soll es in Graz etwa 150 gewaltbereite Muslime geben, auch Mitglieder der Al Kaida sollen sich in der steirischen Landeshauptstadt aufgehalten haben. Die "Krone" besuchte am Freitag das Mittagsgebet (Bild) der Bosniaken in Graz - deren Sprecher sich entschieden von radikalem Gedankengut distanzieren. Wer sich nicht an die Gesetze hält, so die klare Forderung, gehöre bestraft.

Das Gebetshaus der bosnischen Muslime in der Hans-Groß-Gasse in Graz hat schon bessere Tage gesehen. Etwa 200 bosnische Muslime, die Bosniaken, versammelten sich dort am Freitag zum traditionellen Gebet. Viele der Männer müssen ihr Gebet im Freien verrichten, weil im Haus der Platz fehlt.

Pläne für Moscheen aufrecht
Neben den Türken planen auch die Bosniaken den Bau einer Moschee in Graz (in der Herrgottwiesgasse 155 - 157). Das Grundstück ist gekauft, der Architektenwettbewerb startet demnächst. Mahdi Mekic, Obmann der Bosniaken: "Wir haben bisher 500.000 Euro gesammelt. Von Saudi-Arabien oder anderen arabischen Ländern bekommen wir keinen Cent. Unterstützt wird unser Projekt von anderen bosnischen Vereinen in Österreich." Baubeginn könnte noch heuer sein.

40.000 Muslime leben in der Steiermark
Etwa 40.000 Muslime leben in der Steiermark - die Hälfte in Graz. Die größten Gruppen bilden die Türken und die Bosniaken mit je 10.000 Mitgliedern. Dass es darunter auch radikale, gewaltbereite Muslime gibt, wie die Staatspolizei warnt, kann Mekic nicht in Abrede stellen: "Ich versichere aber, dass die in unserem Verein keine Heimat finden. Radikale Ansichten will bei uns niemand. Wir achten die Gesetze Österreichs!" Und: "Wir haben selbst Angst vor Radikalen!"

Offene Türen
Dass sich Grazer sorgen, versteht man im Gebetshaus - Emir Serdarevic: "Unsere Türen stehen für alle offen, nicht nur für Muslime. Ich lade jeden Österreicher bzw. Nicht-Muslimen ein, uns zu besuchen - auch bei einem Freitagsgebet - um sich zu informieren und mit uns zu reden." (Kontakt unter: public.relations@islamgraz.org oder unter der Facebook-Gruppe: islamgraz). Serdarevic ergänzt: "Wir wollen hier nichts im Geheimen machen. Die Grazer werden informiert, wie unsere Moschee aussehen soll."

Kein arabisches Minarett
Ganz auf ein Minarett wollen die Bosniaken aber nicht verzichten (im Gegensatz zu den Türken, die ihr Zentrum in der Grazer Lazarettgasse bauen). Serdarevic: "Das Minarett wird symbolisch sein, nicht riesengroß, nicht orientalisch, sondern zur Stadt Graz passend. Wir arbeiten da auch eng mit dem Grazer Bauamt zusammen."

20 Häuser
In Graz gibt es derzeit 15 bis 20 Gebetshäuser. Übrigens: Weitere Moscheebauten in der Steiermark sind derzeit kein Thema.

von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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