Supraventrikuläre Tachykardie war die erste Nachricht, die Florians Eltern vor mehr als acht Jahren unmittelbar nach dessen Geburt im LKH Hartberg von den Ärzten bekamen. Herzrasen sagt man auf Deutsch dazu. Das Baby wurde sofort per Blaulicht in die Geburtenklinik des Grazer LKH gebracht.
"Als Eltern durchlebt man da die Hölle," sagt Vater Stefan Schlagbauer. "Die ersten Lebenswoche hat unser Erstgeborener auf der Intensivstation verbracht, nach vier Wochen haben wir ihn heimbekommen, ein Jahr lang war unser Baby ständig an einem Herz-Monitor angehängt und musste regelmäßig Medikamente nehmen."
Gegener mit geprungenem Dwi Dollyo besiegt
Und jetzt ist Florian Madlberger Europameister! Am 6. Februar besiegte der junge Taekwondo-Athlet im Glaspalast von Sindelfingen (Deutschland) den letzten Gegner mit seiner "Spezialität", dem gesprungenen Dwi Dollyo (Bild links), einem rückwärts angelegten Dreh-Kick auf Kopfhöhe. "Seine Routine und Kampferfahrung haben den Ausschlag gegeben," sagt der Papa, der jetzt natürlich vor Stolz fast platzt. "Nach Punkten hat der Flo 25:5 gewonnen!"
Stefan Schlagbauer, der in Stubenberg am See den gemütlichen "Michlhof" - Gasthaus, Pension und Reitställe - betreibt: "Wir leben halt in wilder Ehe, deshalb trägt der Florian auch den Familiennamen von Mama Sandra - nämlich Madlberger."
Mehr als 1.000 Kinder aus 28 Nationen im Alter von sieben bis 14 Jahren waren bei der EM am Start. In allen möglichen Kategorien. Wer's genau wissen will: Der steirische "Flo" hat in der Klasse Kyorugi (Vollkontakt) LK-II bis 38 Kilo und bis neun Jahre gewonnen. Ein Kampf besteht aus drei Runden, jede dauert 90 Sekunden lang.
Sieben Landesmeistertitel und jetzt EM-Gold
"Weil der Bub so aktiv war und ständig die Wohnung auf den Kopf gestellt hat, haben wir ihn als Fünfeinhalbjährigen zum Verein Taeguk-Kulm in St. Johann bei Herberstein gebracht," sagt der Papa. "Erstmals wirklich aufgefallen ist er dort, weil wir einmal vergessen hatten, ihn rechtzeitig abzuholen. Da hat er mühelos das Erwachsenen-Training mitgemacht - mit 100 Liegestützen und 100 Kniebeugen. Danach hat ihn Großmeister Johann Luef genau im Auge behalten." Das Resultat: sieben Landesmeistertitel, Bronze bei den Staatsmeisterschaften - und jetzt eben EM-Gold.
Florians Mama ist Westernreiterin und ritt in ihrer Sportart im Vorjahr sogar zum Vize-Europameister-Titel. Bruder Lukas ist um ein Jahr jünger und begeisterter Fußballer. Flo will weiter nach oben - Taekwondo ist schließlich auch eine olympische Disziplin.
Florians Steckbrief
von Werner Kopacka, "Steirerkrone"









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