In Spielberg

Wolff: „Ich muss halb Niki und halb Toto sein“

Steiermark
27.06.2021 12:46
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Toto Wolff ist sich der Defizite im Duell mit Red Bull bewusst, lässt bei Mercedes keine Weltuntergangsstimmung zu und sinniert über seinen legendären „Außenminister“ Lauda.

Mercedes hat die Dominanz verloren. „Weltuntergangsstimmung – von wegen! Wir haben sieben Titel in Folge gewonnen, das hat es auf diesem Niveau noch nie gegeben. Und wir wussten, dass dieser Tag kommen wird. Jetzt ist er da“, sagt Teamchef Toto Wolff, „aber wir sind ja nicht nirgends, wir fighten um beide Meisterschaften. Trotzdem wundert sich jeder, dass wir nicht allein in den Sonnenuntergang davonfahren.“

Aber weshalb ist man jetzt in dieser „Auf-Augenhöhe-mit-Red-Bull-Situation“ gefangen? „Wir haben operative Fehler gemacht, so wie in Frankreich, wo wir das schnellste Auto hatten. Die gilt es gnadenlos zu analysieren. Das tun wir. Wir können nicht von einer Serie sprechen, dass unser Auto versagt“, fasst Wolff zusammen und gibt die Devise aus: „Wir müssen ruhig bleiben, uns auf unsere Stärken konzentrieren. Aber: Wir sind auch zu hundert Prozent in 2022. Wo es ein Reglement geben wird, das über mehrere Jahre anhält. Umso mehr Red Bull jetzt entwickelt, umso größer wird der Rückstand. Wir kämpfen also wissend, dass wir Defizite haben. Soll heißen: Fehler minimieren.“

Wissend, dass es Defizite gibt – ein Satz, den der legendäre Niki Lauda als Mercedes-„Außenminister“ wohl nicht so hätte stehen lassen. „Der Niki hätte auf das ganze Team Druck gemacht. Er hätte gesagt, heuer ist eine Meisterschaft, nächstes Jahr eine andere – lasst uns beide gewinnen“, erzählt Wolff und sinniert: „Ich frage mich oft, was hätte Niki jetzt gesagt? Aber das hieße nicht, dass das die Ultima Ratio gewesen wäre. Die unterschiedlichen Pole, die wir beide waren, haben halt zu einem Ergebnis geführt.“

„Spirit schwingt mit“
In der ersten Krisensituation seit seinem Amtsantritt bei Mercedes muss Wolff nun versuchen, Laudas Rolle mit zu übernehmen. „Natürlich schwingt der Niki-Spirit immer mit, ich muss halb Niki und halb Toto sein – eine schwierige Gratwanderung.“ Womit der 49-Jährige richtig liegt: Denn dieser Toto darf in diesem Erfolgsteam nicht verloren gehen!

Richard Köck, Kronen Zeitung

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