22.06.2021 13:00 |

Radsport

Paulis Ritt durch die Hölle - und wieder zurück

Zum 20. Mal nimmt Pauli Lindner in dieser Woche mit dem „Race across the alps“ das härteste Tages-Radrennen der Welt in Angriff. Nach 525 Kilometern und 14.000 Höhenmetern gibt’s nicht viel Zeit zur Erholung. Denn es wartet für den mittlerweile 57-Jährigen dann bald wieder die Arbeit.

Zwölf Alpenpässe, darunter zweimal das fast 2800 Meter hohe Stilfser Joch, 525 Kilometer und 14.000 Höhenmeter: Das sind die Eckdaten des „Race across the alps“. Das von vielen Experten als härtestes Eintages-Radrennen der Welt bezeichnet wird. Nach einer coronabedingten Pause erfährt es am Freitag mit Start und Ziel in Nauders am Reschenpass (Tirol) seine 20. Auflage. Nur 45 Hartgesottene (darunter eine Frau) sind im erlesenen Starterfeld dabei. Mittendrin: Evergreen Paul Lindner.

Zwei Siege und drei Aufgaben
„Ich bin somit der Einzige, der alle 20 Auflagen erlebt“, sagte der 57-jährige Stadt-Salzburger nicht ohne Stolz. Zweimal (2002 und 2006) hat er das RATA gewonnen, dreimal musste er aufgeben. „Einmal nach einem schweren Sturz am Gavia-Pass, als ich in einen unbeleuchteten Tunnel fuhr, ein Schlagloch nicht gesehen habe.“

Angst vor Sekundenschlaf in der Nacht
Brenzlige Situationen gibt es bei diesem Rennen, das er 2006 in 22 Stunden und 40 Minuten bewältigte, immer wieder. „Vor allem bei langen Abfahrten in der Nacht kann es zum Sekundenschlaf kommen.“ Allerdings ist Lindner gut versorgt, sein von Sponsor Seyringer zur Verfügung gestelltes Begleitfahrzeug mit den Betreuern Klaus Scherer und Roland Moltinger achtet genau auf ihn.

Wie schaut es mit der Nahrungszufuhr aus? „Fast nur flüssig, mit festem Essen wird’s schwierig für den Magen. Aber es gibt flüssige Kohlehydrate oder Gels, die sehr gut helfen.“

Es geht fast 24 Stunden durch
Trotz allem: Fast 24 Stunden durchgehend im Sattel zu sitzen gleicht dem Spruch: Einmal durch Hölle - und retour! Das sieht Lindner, einer der besten Hobby-Radler Österreichs, nicht so. „Einmal im Jahr so eine sportliche Herausforderung, das taugt mir. 2019 war ich Dritter. Und ich spüre, dass heuer auch viel möglich ist“, sagte Pauli, der bei der Firma Kaindl längst zum Inventar zählt. Und oft vor der 14-Uhr-Schicht zweimal den Gaisberg oder auch das Rossfeld bezwingt. Oder vom Urlaub in Kroatien mit dem Rad heimfährt, während die Familie im Auto unterwegs ist.

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Einmal im Jahr so eine sportliche Herausforderung, das taugt mir."

Rad-Evergreen Paul Lindner (57)

Wie lange braucht er nach so einer Extrembelastung, um wieder erholt zu sein? „Nicht lang. Das Rennen ist am Samstag aus, am Montag gehe ich wieder arbeiten“, sagt Pauli trocken – wie wenn es das Normalste auf der Welt wäre.

Herbert Struber
Herbert Struber
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