"Es regt mich besonders auf, dass wir immer nur über die Täter sprechen, nicht aber über die Opfer. Es ist an der Zeit festzuhalten, dass nicht permanent die Mehrheit nach den Vorstellungen einer Minderheit leben kann", so Nagl, dem es als Bürgermeister ein Bedürfnis ist, klare Worte zu diesem Thema zu finden.
Pro Jahr werden in Österreich etwa 10.000 Kinder sexuell missbraucht. In rund 25 Prozent der Fälle lebt das Kind mit dem Täter unter einem Dach - der Missbrauch dauert dann im Schnitt drei bis elf Jahre. Nach Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs liegt die Verurteiltenrate zwischen 25 und 30 Prozent. Im Durchschnitt braucht ein Kind sieben Anläufe, bis jemand die Signale aufgreift (Quelle: www.fingerweg.at).
"Ausschluss aus der Gesellschaft"
Nagl fordert, dass sich die Gesellschaft endlich klar vor die Kinder stellt: "Wir müssen die Grenzen aufzeigen. Kinderschänder müssen lebenslang inhaftiert werden! Studien etwa aus Deutschland zeigen, dass die Rückfallsquote bei bis zu 80 Prozent liegen kann." Für Nagl gibt es keine schlimmere Straftat als Kindesmissbrauch. Er fordert eine Verfassungsänderung: "Bei besonders grausamen Taten soll es den Verlust der Bürgerrechte und den lebenslangen Ausschluss aus der Gesellschaft geben."
Vorbild könnte auch die Sicherheitsverwahrung in Deutschland sein, wo nach der Haftverbüßung Zwangsmaßnahmen möglich sind. Nagl: "Wer das Leben eines Kindes auslöscht oder es beschädigt, der darf nicht erwarten, dass ihn die Gesellschaft auffängt."
von Gerald Richter, "Steirerkrone"









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.