Weil seine Ehefrau eine Arbeit für ihr Studium schrieb, blieb der Unternehmer Volker M. (38) länger auf: "Kurz vor 1 Uhr hab ich dann im Dachgeschoss das Schlafzimmerfenster aufgemacht, weil ich frische Luft schnappen wollte. Da hab ich gesehen, dass es 100 Meter weiter bei meinem Bekannten brennt."
Ehefrau Cornelia griff sofort zum Handy und alarmierte ihren Nachbarn, den Fürstenfelder Feuerwehrkommandanten Karl Kaplan. Dieser löste sofort einen Großalarm aus. Als er aus dem Fenster auf die Breitseite des etwa 60 Meter entfernten Hauses sah, wusste er, dass es jetzt um Minuten ging: "Das Dach stand in Flammen, ein Rauchpilz stieg weit in die Höhe."
"Geschrien, gegen die Tür geschlagen"
Was der Steirer dann mitmachte, waren die schrecklichsten fünf Minuten seines Lebens: "Ich habe geschrien, gegen die Tür geschlagen und getreten, doch vorerst hat niemand aufgemacht." Karl Kaplan wurde vom Sohn des Hausbesitzers, Markus K., zwar gehört, doch der 18-Jährige glaubte, ein Betrunkener habe sich verirrt und würde nun anklopfen. Das Prasseln des Feuers hielt der junge Oststeirer vorerst für starken Regen.
Doch der Feuerwehrchef gab nicht auf. Schließlich sah Markus K. aus dem Fenster und erkannte den Ernst der Lage. Er weckte seinen Vater Robert (48, im Bild) auf, der vor dem Fernseher eingeschlafen war. Vater und Sohn konnten sich und "Mira", die zwölf Jahre alte Golden-Retriever-Hündin, unverletzt ins Freie retten.
90 Feuerwehrleute stundenlang im Einsatz
Bei Eiseskälte - minus 10,8 Grad laut Zentralanstalt für Meteorologie - standen 90 Feuerwehrleute stundenlang im Einsatz. Robert K: "Sie haben ganze Arbeit geleistet. Danke an die Feuerwehr, die unser Leben gerettet hat!" Und: "Der Sachschaden ist ersetzbar. Wichtig ist, dass mir und meinem Sohn nichts passiert ist."
von Manfred Niederl ("Steirerkrone") und steirerkrone.at









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