13.06.2021 08:00 |

Amsel-Familie im Weg

Vogelnest brutal auf dem Asphalt zerschmettert

Da blutet nicht nur Tierfreunden das Herz: In einer Firma im Tiroler Unterland baute eine Vogelfamilie ein Nest ausgerechnet auf einem Lkw-Anhänger. Als ein Fahrer deshalb ein anderes Gefährt verwenden wollte, kam es zum Eklat: Sein Kollege zerschmetterte das Nest auf dem Asphalt, nur eines von vier Jungtieren überlebte.

Bei den Mitarbeitern und darüber hinaus ist der Ausraster des Mannes am vergangenen Donnerstag noch immer Tagesgespräch. Es herrscht Empörung. Auslöser war, dass ein seit einiger Zeit nicht mehr gestarteter Lkw für eine kurze Fahrt in den Nachbarort verwendet werden sollte. „Der Fahrer wollte das aber nicht, weil sich eine Vogelfamilie auf einem Schutzblech am Anhänger eingenistet hatte“, schildert der Niederlassungsleiter der „Krone“.

Umladung angeboten
Die Verwendung eines anderen Lkw hätte eine kurze Umladung verursacht – „das hätte der Fahrer gerne gemacht, sogar außerhalb der Arbeitszeit“. Der Kollege, ein für den Betrieb zuständiger Techniker, konnte solche Umständlichkeiten wegen des Federviehs nicht nachvollziehen: Er geriet in Rage, schnappte sich das Vogelnest und warf es mit voller Wucht auf den Boden.

„Vogel-Mama flatterte schreiend umher“
„Im Nest waren vier junge Amseln, drei davon waren sofort tot. Die Amsel-Mama begleitete die herzlose Aktion wild herumflatternd und mit fürchterlichem Geschrei“, schildern Zeugen. Die Belegschaft reagierte mit Entsetzen auf den rücksichtslosen Vorfall – „der Betreffende musste sich einiges anhören“. Um den überlebenden Jungvogel kümmerte sich die Mutter des Lenkers, der die Fahrt verweigert hatte. Sie hofft, dass der Nestling überlebt: „Wenigstens hat er bei mir daheim gefressen.“ Nun kümmert sich die Wildtier-Auffangstation im Tierheim Innsbruck-Mentlberg um die kleine Amsel.

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Der Mitarbeiter erhält eine schriftliche Verwarnung.

Unternehmensführung

Firmenleitung verwarnt und erlässt nun Regeln
Der Niederlassungsleiter und der Unternehmenschef mit Zentrale in Ostösterreich nehmen die Causa offenbar sehr ernst. „Der Mitarbeiter erhält eine schriftliche Verwarnung. Außerdem werden wir eine Richtlinie herausgeben, wie mit Nestern in Zukunft umzugehen ist.“ Erklärbar sei das Ganze nur mit einem „Blackout“ des Kollegen, entschuldbar sei es nicht. Klar ist: Schon aus geringeren Anlässen gibt es häufig Anklagen wegen Tierquälerei.

Andreas Moser
Andreas Moser
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