23.05.2021 13:00 |

La clemenza di Tito

Pfingstfestspiele: Große Emotionen, großer Jubel

Spielfreudige Solisten machen bei den Salzburger Pfingstfestspielen die konzertante Mozartoper „La clemenza di Tito“ zum anschaulichen Drama im Haus für Mozart. Szenenapplaus für Cecilia Bartoli als Sesto.

Die hochemotionale Aufführung der Mozart-Oper „La clemenza di Tito“ bescherte den Pfingstfestspielen am Samstag einen weiteren Publikumserfolg. Mit dem Motto des diesjährigen Festivals „Romae aeterna“ huldigt Cecilia Bartoli bekanntlich ihrer Heimatstadt Rom. So ist es kein Zufall, dass genau diese Stadt Schauplatz der beiden konzertanten Pfingstopern „Tosca“ und „Tito“ ist.

Natürlich hat es sich die künstlerische Leiterin Cecilia Bartoli nicht nehmen lassen, auch in dieser Aufführung eine Rolle zu übernehmen, die sie in gewohnter Manier mit großer Spielfreude gibt. Mit höchstem Genuss lässt sie den zwischen Freundschaft und Liebe hin und her gerissenen Sesto in den virtuosesten Koloraturen leiden und im zartschmelzendsten Pianissimo dem Tod ins Auge sehen. Mit diesem Gespür für Intimität ist es kein Wunder, dass La Bartoli mit der bekanntesten Arie der Oper „Parto, Parto“ den größten Szenenapplaus abstaubt.

Auf einem guten Weg, auch einmal diese gleichzeitig gewaltige und zarte Intensität der Bartoli zu erreichen, ist Lea Desandre als Annio, die ebenfalls in den leiseren Momenten zur Höchstform aufläuft. Diese zu finden ist nicht immer ganz einfach, da Gianluca Capuano mit seinen Musiciens du Prince-Monaco vor allem auf Dynamik und knackige Tempi setzt, was dem manchmal etwas langatmig anmutenden Mozartwerk nicht unbedingt schlecht zu Gesicht steht. Doch gerade in den Passagen des Salzburger Bachchors zeigt sich, dass auch das Breite und Standhafte Platz in seinem Dirigat hat.

Das Temperament der von Capuano dirigierten Ouvertüre nimmt auch Anna Prohaska als Vitellia auf. Man kann es Charles Workmans überaus getragenem Tito nicht verdenken, dass er die Vermählung mit dieser aufbrausenden Frau nicht von Anfang an anstrebt. Nach dem Festspieldebüt im Händel-Oratorium am Freitag steht Melissa Petit als Servilla mit weniger Einsätzen, dafür mit voller Kraft auf der Bühne im Haus für Mozart und Peter Kalman als Publio gibt das ruhige und grundfeste Fundament in einer Handlung, in der die erhitzten Gemüter schon einmal Gefahr laufen überzukochen.

Nach zwei Stunden voller Irrungen und Wirrungen lässt Tito seine Gnade walten und das Publikum tosenden Applaus und Standing Ovations auf Orchester, Dirigent und die Sänger nieder. Auch konzertant gibt Mozarts Musik gut interpretiert einen spannenden Opernabend her.

APA/Larissa Schütz

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