Steigende Preise

Steirer müssen fürs täglich Brot tiefer in die Tasche greifen

Steiermark
21.01.2011 15:28
Die Rohstoff-Preiserhöhung hat es in sich: Weizen ist heute um etwa 60 Prozent, Roggen gleich um 100 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Müller leiden in erster Linie darunter, aber auch die 215 heimischen Bäcker stöhnen. Die Konsumenten werden wohl für Semmel und Brot tiefer in die Tasche greifen müssen.

Dass der Kunde heuer für Backwaren um etwa fünf Prozent mehr bezahlen muss, hätte nicht nur mit dem verteuerten Getreide zu tun, betont Heinz Werner Regula, steirischer Landesinnungsmeister der Bäcker: "Erschwerend dazu kommen für uns seit Oktober erhöhte Lohnkosten sowie die Energiepreise, die kontinuierlich ansteigen."

Dass Getreide nach der Finanzkrise zu einem großen Spekulationsobjekt wurde, trifft aber auch die Müller hart: "Sie sind meist an längerfristige Lieferverträge gebunden, müssen die angezogenen Preise also in der Regel selber schlucken", weiß der Experte.

"Kunde verliert Gefühl für Wert von Lebensmitteln"
Ob diese Entwicklung in einem weiteren Bäckersterben mündet, entscheidet letztendlich der Konsument: "Der Kunde verliert durch die Dumpingpreise in Supermärkten leider immer mehr das Gefühl für den Wert von Lebensmitteln. Ein 'echter' Bäcker bietet eine Vielzahl an frischem Brot und Gebäck, aus dem Ausland importierte Tiefkühlteiglinge wird man bei ihm nicht finden", sagt Regula.

von Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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