Die Grazer Drohnen sollen vor allem bei gefährlichen, schmutzigen oder lange dauernden Aufgaben eingesetzt werden. Jenseits von militärischen Einsätzen eröffne sich ein weites Anwendungsspektrum im zivilen Bereich, schilderte Wiesler: Die Suche nach Lawinen-Verschütteten oder vermissten Bergsteigern bei Nacht und Nebel sei durch die Ausstattung mit Lawinensuchgeräten, Wärmbildkameras und optischer Ausrüstung denkbar, ebenso die Überwachung von Open-Air-Events, wo Hubschraubereinsätze teuer sind.
Sie könnten auber auch Luftbilder von Sportevents wie Mountainbike-Rennen übertragen oder etwa zur Beobachtung von Wildbewegungen eingesetzt werden. "Es wird noch Jahre dauern, bis die zivilen Drohnen in breiter Form praktisch anwendbar sind, das Spektrum potenzieller Einsatzgebiete ist jedoch jetzt schon groß", sagte Wiesler.
Erstes flugfähiges Modell gebaut
Der Grazer Studiengang entwickelt im langfristig angelegten Projekt "Joanneum Xperimental Plattform" (jxp) Drohnen, die genau für solche zivilen Zwecke ausgelegt sind: Elektromotor und zusätzliche Solarzellen für den Betrieb, GPS-unterstützt in Leichtbauweise mit einem angepeilten Einstiegspreis in der Größe eines Mittelklasse-Pkw. "Mit den ersten flugfähigen Modell-Drohnen haben wir einen großen Meilenstein in der Entwicklung serienreifer ziviler Drohnen geschafft", resummierte Wiesler.
Nun wird die erste Originaldrohne mit sieben Metern Spannweite und einem Gewicht unter 20 Kilo sowie einer Minimal-Fluggeschwindigkeit von 45 km/h konstruiert. Gearbeitet wird in einem lehrgangübergreifenden Team, dem auch Elektroniker, Produktionstechniker und Designer angehören.
Kooperation mit Austro Control
Mit den technischen Herausforderungen ist es aber noch nicht getan: "Pioniergeist ist auch im Bereich der Luftfahrtzertifizierung sowie in rechtlichen Fragen erforderlich, denn die unbemannten Luftfahrzeuge müssen sich letztlich ja auch in das bestehende Luftverkehrssystem einfügen", hielt Gerhard Lippitsch von der österreichischen Luftfahrtbehörde Austro Control fest, mit der das Projektteam eng zusammenarbeitet.
Foto: FH Joanneum
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