100-Meter-Absturz

„Mein Leben verdanke ich mehreren Schutzengeln“

Tirol
13.05.2021 10:00

„Mich haben Schutzengel aufgefangen!“ So erklärt sich Skitourengeher Herbert B. aus Hall in Tirol, der heuer am 13. März 100 Meter über den Zeischwasserfall in Vals abstürzte, seine Rettung. Lebensgefährlich verletzt kam er in die Klinik, jetzt beim Gespräch mit der „Tiroler Krone“ waren ihm die Unfallfolgen kaum anzumerken.

„Ich hätte tot, gelähmt oder armamputiert sein können“, sagt der 62-jährige Jungpensionist. Kein Wunder: Rund die Hälfte seines Bluts verlor B., weil die Arterie des rechten Arms aufgerissen war. Sonst kam er mit einem Oberarmbruch, verletzten Ellbogen, Seitenbandriss im Knie sowie einer Schulterverletzung - für einen freien „Flug“ über den Eiswasserfall - mehr als glimpflich davon.

Ortskundigen Begleiter aus Augen verloren
Bei schönem Wetter war der Haller an dem Samstag allein nach Vals aufgebrochen, um zur „Kluppe“ aufzusteigen. „Während des Aufstiegs hab ich einen Snowboarder getroffen, mit dem ich die Tour fortsetzte“, erzählt der Vater von drei erwachsenen Kindern. Die beiden beschlossen, auch gemeinsam abzufahren.

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Ich habe ihn aus den Augen verloren und bin in die falsche Rinne eingefahren.

Herbert B.

Herbert B. kannte die Abfahrtsroute nicht und wollte dem ortskundigen Snowboarder folgen. „Ich habe ihn aber aus den Augen verloren und bin in die falsche Rinne eingefahren.“ Zurück hinauf stapfen schien im Tiefschnee zu mühsam. So entschloss sich der 62-Jährige, mit abgeschnallten Skiern in den Sträuchern neben dem Wasserfall abzusteigen.

Blackout, dann wurde es plötzlich finster
„Sie haben einen Unfall gehabt!“ Mit dieser Information wurde der erfahrene Alpinist im Aufwachraum der Innsbrucker Klinik konfrontiert. „Ich selbst habe keine Erinnerungen an das Unglück, weiß nicht, warum es passierte. Angeblich war ich aber ansprechbar.“

Die Ärzte konnten nicht nur das Leben, sondern auch den linken Arm des Alpinisten retten. Die Hochstimmung über den wundersamen Ausgang wurde freilich fünf Tage später durch einen weiteren Schicksalsschlag zerstört. „Meine langjährige Partnerin erlitt einen Herzinfarkt. Sie hat ihn zum Glück auch überlebt, mehrere Tage lang lagen wir gleichzeitig im Krankenhaus.“ Jetzt muss sie in die Reha, die der 62-Jährige gerade abgeschlossen hat.

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Ich bin allen Rettern, Ärzten und Pflegern extrem dankbar.

Herbert B.

„Ich bin allen Rettern, Ärzten und Pflegern extrem dankbar“, betont Herbert. Und er glaubt zu wissen, warum er noch nicht „gehen“ musste. „Eine Freundin kann Kontakt zu Schutzengeln aufnehmen. Sie sagte mir, dass sie sah, wie mich Schutzengel aufgefangen haben. Daran glaube ich.“

Jetzt steht noch eine Schulter-OP bevor, sodass das Sportjahr 2021 „gelaufen“ scheint. „Ich werde aber ganz bestimmt wieder Skitouren unternehmen“, sagt der Haller.

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