"Krone": Gewerkschafter Schachner fordert Gehaltserhöhungen von 2,5 bis drei Prozent. Werden Sie da einlenken?
Wolfgang Malik: Nein! Ich erkläre gern warum. Seit 50 Jahren übernehmen wir, damals noch als Stadtwerke, die Erhöhungen, die der Bund vorgibt und die auch die Magistratsmitarbeiter bekommen. Als Schachner die Erhöhungen gepasst haben, konnte er sie gar nicht schnell genug umsetzen. Jetzt, wo es aufgrund allgemeiner Sparkurse, "nur" 25,50 Euro bzw. maximal 0,85 Prozent sind, weigert er sich.
"Krone": Was würde die Erhöhung, wie von Schachner gefordert, kosten?
Malik: Allein bei den Graz-Linien, also den GVB, eine Million Euro pro Jahr. Das können wir uns nicht leisten. Die Stadt, also der Steuerzahler, müsste Geld zuschießen. Oder wir müssten die Ticketpreise anheben. Es geht auch um Fairness. Man kann nicht zulassen, dass Mitarbeiter im Magistrat, in der Holding und den Graz-Linien verschiedene Lohnerhöhungen bekommen.
"Krone": Am Tag nach dem Streik ist Betriebsratswahl. Orten Sie da einen Zusammenhang?
Malik: Natürlich ist das eigenartig. Die Mitarbeiter der Holding-Graz haben für viele Jahre einen Kündigungsschutz, Graz-Linien-Mitarbeiter werden definitiv gestellt. Wo gibt es das denn noch in Graz? Man kann sich nicht nur die Rosinen heraus picken. Und wenn Schachner den Mitarbeitern am Mittwoch die Suggestivfrage stellt, ob sie eine höhere Gehaltserhöhung wollen, dann ist das keine Info-, sondern eine Wahlveranstaltung.
"Krone": Glauben Sie, dass die Grazer Verständnis haben für diesen Streik?
Malik: Das glaube ich nicht. Dass diskutiert wird, ist klar, aber dass die Dienstleistung etwa bei den Öffis leidet, dafür gibt es sicher kein Verständnis! Mir geht es um Gerechtigkeit für alle Mitarbeiter im Haus Graz. Und es kann nicht sein, dass die Kunden zum Handkuss kommen.
Interview: Gerald Richter, "Steirerkrone"
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