30.04.2021 18:00 |

Kellertheater zeigt

„Die Zofen“: Protest gegen die Klassengesellschaft

Jean Genets erste Werke entstanden im Gefängnis. Jean-Paul Sartre und Jean Cocteau wurden auf den Schriftsteller aufmerksam und setzten sich für seine Begnadigung ein. Das Kellertheater läutet am 20. Mai seinen Spielstart mit Genets Bühnen-Klassiker „Die Zofen“ ein.
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Nach etlichen Verurteilungen, primär wegen Diebstählen, war Autor Jean Genet Anfang der 1940er-Jahre ins Gefängnis gekommen. Hier begann er mit dem Schreiben eines Langgedichts, eines Romans und eines Theaterstücks.

Realer Mordfall diente als Vorlage
Er nannte es „Les Bonnes“, „Die Zofen“. Die Idee dazu kam ihm nach einem aufsehenerregenden Mordfall, welcher sich 1933 in Le Mans ereignete. Genet sah in dieser brutalen Tat Bezug zu seinem eigenen Leben. Er war ein früh verstoßenes Findelkind, ohne Ausbildung und Zukunft, einer, der nicht dazugehörte. Die Schwestern Claire (Tamara Burghart) und Solange (Wiltrud Stieger) sind Angestellte der gnädigen Frau. Ist diese fort, beginnen die Schwestern ein Spiel. Wobei sie die Machtstrukturen des Haushalts, in dem sie leben, in Szene setzen - theatralisch und mit großer Lust an Gewalt und Unterwerfung. Noch sind es Proben der zwei Zofen, doch das Ziel ihrer Inszenierung scheint festzustehen: Der tatsächliche Mord an ihrer Herrin (Nathalie Sprenger).

Kleines Theater mit großen Inhalten
Aber bis dahin werden die Grenzen zwischen Rolle und Realität, Imagination und Wirklichkeit immer durchlässiger. Schon mit „Warten auf Godot“ und „Macbeth“ hat Regisseur Klaus Rohrmoser gezeigt, dass ein kleines Theater auch großen Stoffen standhält. Jean Genets Klassiker „Die Zofen“ soll ab 20. Mai den Spielstart im Innsbrucker Kellertheater einläuten und steht bis Ende Juni am Spielplan. Die bereits angekündigte Tiroler Erstaufführung von Daniel Glattauers neuem Stück – „Die Liebe Geld“ – wurde verschoben.

Weitere Informationen unter: www.kellertheater.at

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