29.04.2021 14:30 |

Im Tennengau

Wo aus Holz gefragtes Design wird

Tischplatten aus nur einem Stamm? Oder auch edle Geschäftsausstattungen? Damit sorgt das junge Tennengauer Unternehmen Dreikant in der Möbeldesignszene für Furore. Die „Krone“ machte sich ein Bild vor Ort.
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Es riecht nach Holzstaub, irgendwo fällt eine Tür ins Schloss. Flink bringt eine computergesteuerte CNC-Fräse die gut 2,80 Meter lange Eichentischplatte, die aus nur einem ganzen Baumstammgeschnitten wurde, in Form. Mitarbeiter Hubert Göschl bedient geschickt die Maschine, hinter ihm stapelt sich fast ein Dutzend weiterer Holzplatten.

Es ist so betriebsam, wie es am Mittwochmorgen in der Tischlerei von Dreikant in Krispl nur sein kann. Hier fertigen die drei Tennengauer Stefan Rehrl (29), Matthias Lienbacher (28) und Mario Siller (29) mit fünf ihrer mittlerweile 15 Mitarbeiter ihre gefragten Möbelunikate. Von edlen Geschäftsausstattungen bis hin zu Tischen, deren Tischplatten nur aus einem einzigen Baumstamm geschnitten werden, teils akzentuiert mit Epoxid-Kunstharz – das eigentliche Markenzeichen der drei Schulfreunde, die das Unternehmen 2016 gründeten. Startpreis pro Tisch: von 5000 Euro aufwärts, bei elf bis zwölf Wochen Wartezeit. Das Besondere daran? Die Kunden können sich vom Untergestell bis zur Tischplatte alles bis ins kleinste Detail aussuchen, selbst die geschmiedeten Stahltischbeine werden in Golling von ihren drei Schlossern hergestellt.

Zwölf Meter lange Eiche wird bald zur edlen Tafel
„Wir fertigten auch sehr ausgefallene Dinge, bald machen wir für den Kulturhof in Stangass (D) zwei Tische mit zwölf Meter langen Eichentischplatten“, so Stefan Rehrl wenige Schritte weiter, wo Mitarbeiter Rupert Wallmann schleift.

Das gut 100 Jahre alte Eschenholz, das in Salzburg-Parsch in einem Privatgarten wuchs, wird als Tisch in Wien landen – nach acht Schleifvorgängen verleiht Wallmann der Tischplatte den letzten Schliff.

„Wir haben gut 25 Holzhändler in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Esche aber haben wir in der Stadt zufällig entdeckt, als sie gefällt wurde“, sagt Matthias Lienbacher. Entdeckt wurden die Tennengauer längst nicht nur von Designliebhabern in Salzburg: Die Unikate sind in Österreich und Bayern gefragt, nach Schauräumen in Hallein und Wien soll schon bald einer in München folgen. Trotz, oder besser: wegen Corona.

„Wir merken in der Krise, dass viele Private noch mehr Wert auf das Wohnen legen. Der Geschäftskundenbereich läuft stabil, nur in der Gastro hatten wir 2020 weniger. Wir haben dennoch unser Umsatzziel erreicht“, berichtet Mario Siller.

 Salzburg-Krone
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