03.04.2021 20:00 |

Siegfried Keusch

Tiroler Autor mit Strategie gegen Online-Handel

Kann die Corona-Krise eine Chance für die lokalen Händler sein? Angesichts der Online-Giganten, die durch die Pandemie ihre Vormachtstellung weiter ausbauen konnten, beantworten diese Frage vermutlich viele mit einem Nein. Nicht so der Tiroler Autor Siegfried Keusch, der sich schon seit vielen Jahren professionell mit dem stationären Handel auseinandersetzt... 

In seinem neuesten Buch mit dem Titel „Endstation stationärer Handel? Warum Dienstleistung nach der Corona-Krise radikal neu gedacht werden muss“ erläutert er, was Händler jetzt tun müssen, um ihren Umsatz wieder zu steigern. Gleich zu Beginn betont er, dass „stationäre Händler aktuell der Corona-Krise und der Übermacht des Online-Handels die Schuld für den immensen Umsatzverlust geben“ würden. Tatsache sei jedoch, dass die Einbußen schon vor Corona vorhanden gewesen seien. „Die Qualität der Arbeit des Verkaufspersonals stagniert und die Führung setzt an den falschen Hebeln an“, kritisiert Keusch.

Vier zentrale Punkte für große Veränderung
Um die richtigen Hebel zu bewegen, müssten die Händler „aufwachen und mehr denn je in die Ausbildung der Mitarbeiter investieren“. Wie Keusch nämlich selber beobachtet haben will, würden Verkäuferinnen und Verkäufer häufig „Desinteresse“ gegenüber dem Kunden zeigen. Konkret schlägt der Autor vier Punkte vor, die es umzusetzen gelte:

Erstens brauche es „qualifizierte Führungskräfte und Mitarbeiter, die in Schulungen und Trainings die Dienstleistung am Kunden laufend neu erlernen und dadurch verbessern“.

Paket mit spürbarem Vorteil
Zweitens müsse den Kunden ein „Rundum-Sorglos-Paket“ geboten werden, das einen spürbaren Vorteil gegenüber dem Online-Handel biete: „Das könnte zum Beispiel ein Zustellservice für ältere Kunden ohne eigenes Auto sein, oder ein Reparaturservice mit Abhol- und Zustelldienst der beschädigten Geräte“, schlägt der Autor vor. Als dritten Pfeiler benötige es ein Shoppingerlebnis mit allen Sinnen: „Das beginnt bei einem tollen Bau, einem guten Beleuchtungskonzept, einer emotionalen Inszenierung der Läden und vielem mehr.“

Auch die Digitalisierung in Angriff nehmen
Die Sinne ansprechen, die der Online-Handel nicht bedienen kann, laute das Gebot der Stunde, meint Keusch. Nicht zuletzt gelte es, das Thema der Digitalisierung anzugehen. Händler müssen - so Keusch - unter anderem mit digitalen Werbeflächen, digitalen Schaufenstern, elektronischer Preisauszeichnung sowie einer digitalen Betreuung nach dem Kauf aufrüsten.

Abschließend betont der Tiroler, dass die Gewinner „diejenigen sein werden, denen es gelingt, die Dienstleistung des Verkaufens neu aufzustellen“.

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