Eine Lösung in Sicht

Sanierung soll Gewalt in Grazer Karlau entschärfen

Steiermark
31.03.2021 19:00
Porträt von Monika König-Krisper
Von Monika König-Krisper
Rund 400 Häftlinge in Österreich wurden, wie berichtet, zu Gewalt hinter Gittern befragt. 72 Prozent gaben an, bereits Opfer geworden zu sein. Überbelegung in den Zellen soll einer der Hauptgründe dafür sein. Josef Mock, Anstaltsleiter der Grazer Karlau, pflichtet dem bei – und wünscht sich künftig Einzelunterbringung.

Gewalt unter Häftlingen – „ja, das ist auch die von mir erlebte Realität im Strafvollzug“, gibt der Anstaltsleiter der Grazer Karlau zu. Aber: „Man darf nicht vergessen, dass die 500 Insassen hauptsächlich wegen Gewalt-, Drogen- und Sexualdelikten in Haft sind. Da ist es unmöglich, eine schnelle Änderung des Verhaltens herbeizuführen“, sagt Mock. Noch weiter verschärft werde die Situation durch die beengte Haftraumsituation: „Überbelegung führt zu noch mehr Stress, und das unter Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, Religionen, politischen und sozialen Ausrichtungen. Deswegen sind wir froh, dass die Sanierung bald losgeht.“

Die Zukunft liegt für Mock in der Einzelbelegung und einem modernen Strafvollzug in heller Umgebung. „Meine Mitarbeiter leisten zudem Großartiges. Übergriffe auf Häftlinge sind mir nur vereinzelt bekannt und da ziehen wir natürlich die Konsequenzen.“

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