Kaum Jugend

Obersteirische Industriestädte sterben aus

Steiermark
09.12.2010 17:03
Kaum Junge, zu viele Alte: Die obersteirischen Industriestädte sterben langsam aus. In Bruck wohnen die wenigsten Jungen, in Knittelfeld die meisten Menschen über 85 Jahre. Graz hat hingegen den dritthöchsten Bevölkerungszuwachs unter Österreichs Städten. Dies besagt eine große Studie der Statistik Austria mit dem Städtebund. Höchst interessant auch: Der Ausgaben-Vergleich der Städte Graz und Linz.

Die Ballungszentren in Österreich wachsen und wachsen. Den stärksten Bevölkerungszuwachs im Jahr 2010 konnte Brunn am Gebirge (plus 17,8 Prozent) vor Wörgl (plus 14 Prozent) und Graz (plus 13,7 Prozent) verzeichnen.

Traurig dagegen: Das Minus von Knittelfeld (minus 7,7 Prozent), Leoben (minus 4,2 Prozent) und Bruck (minus 3,9 Prozent). Leoben (16,2 Prozent) und Bruck (16,4 Prozent) haben übrigens auch den niedrigsten Anteil an jungen Menschen (bis 20 Jahre). In Bruck (23,4 Prozent) leben die zweitmeisten Über-65-Jährigen, nur in Perchtoldsdorf (23,5 Prozent) ist der Wert höher. Bei den Über-85-Jährigen ist Knittelfeld Spitzenreiter mit 4,2 Prozent der Einwohner.

Graz liegt auch vorne - und zwar bei den Menschen im Erwerbsalter (zwischen 21 und 65 Jahren) mit einem Anteil von 64,6 Prozent. Auch ein Ergebnis der Studie: Der Anteil in den Städten der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache lag in den Betreuungseinrichtungen bei 36,8 Prozent.

Ausgabenvergleich
Interessant: der Ausgabenvergleich 2009 von Graz und Linz. Insgesamt hatte Graz 834,9 Millionen ordentliche Ausgaben zu verzeichnen, Linz nur 505,8 Millionen. Bei der Verwaltung hat Graz  um 76,4 Millionen mehr verbraucht (188,8 zu 112,4 Millionen). Dagegen ist Linz die Sicherheit mehr wert, man gab 24,7 Millionen aus (in Graz waren es 23 Millionen). Bei der Gesundheit ist der Wert in Linz fast fünfmal so hoch: 53,7 Millionen zu 11 Millionen Euro in Graz. Wo Graz mehr ausgibt: Straßenbau und Verkehr (101,7 Millionen zu 19,9 in Linz), Kunst und Kultur (41 zu 20,9 Millionen), Soziale Wohlfahrt und Wohnbauförderung (194,4 zu 135,9 Millionen) und Unterricht, Erziehung, Sport, Wissenschaft (90,4 Millionen zu 48,2 Millionen in Linz).

von Michael Jakl, "Steirerkrone"

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