16.02.2021 14:20 |

Jahr der Höhlen

Mensch und Tier von Unterwelt abhängig

Höhlen sind nicht nur zum Gruseln gut - Tiere und Menschen sind von ihnen und dem so genannten Karst abhängig. Das heurige Jahr steht daher im Zeichen dieser Ökosysteme.

Obwohl bisher schon 518 Höhlen entdeckt wurden, birgt die Tiroler Unterwelt noch viele Geheimnisse. „Selbst der schlankeste Forscher kommt irgendwann nicht mehr weiter. Einen großen Teil der unterirdischen Welt sehen wir als Menschen daher nicht, nur winzige Tiere können in diese vordringen“, erklärt Geologe Christoph Spötl von der Innsbrucker Universität.

Er ist der Präsident des Verbandes Österreichischer Höhlenforscher (VÖH), der heuer im Rahmen des Internationalen Jahres für Höhlen und Karst auf die beiden besonderen Lebensräume aufmerksam machen will.

Viele Lebewesen hängen von den Ökosystemen ab
„Karst ist ein Landschaftstyp, der in Österreich zum Beispiel in den Kalkalpen vorkommt. Das Gestein ist dort so durchlässig, dass Wasser im Untergrund versickert“, schildert Spötl. In Tirol gäbe es nur kleinere Karstflächen, Gebiete fänden sich aber im Wettersteingebirge, im zentralen Karwendelgebirge und im Zahmen Kaiser. Sowohl Menschen als auch Tiere sind auf solche Landschaften angewiesen, wie der Geologe ausführt: „Die Quellen aus Karstgebieten versorgen viele große Städte, unter anderem auch Wien, mit Trinkwasser.“

Rund ein Fünftel der Fläche Österreichs sind Karstgebiete und etwa die Hälfte der Bevölkerung bezieht ihr Trinkwasser von dort. Und jeder kennt die klassischen Höhlenbewohner – Fledermäuse. In Österreich tummeln sich ganze 28 Arten, die zu einem nicht unerheblichen Teil auf der „Roten Liste“ stehen und somit gefährdet sind, wie Spötl betont. Außerdem dienen Höhlen vielen anderen Tieren – Schmetterlingen, Käfern, Spinnen und sogar Heuschrecken – als Winterquartiere. „Es gibt aber unzählige weitere, meist unscheinbare Organismen, die immer oder zeitweise in Höhlen leben und nur teilweise erforscht sind.“

Die gute Nachricht: In Tirol seien die Landschaften „vergleichsweise sicher“. Karstgebiete sind eher in Ländern gefährdet, in denen Umweltschutz keinen Stellenwert besitzt. Bei uns kam es allerdings in der Vergangenheit immer wieder vor, dass Höhlen zugemüllt wurden, wie Spötl weiß. Doch im Rahmen der Verbandsaktion „Saubere Höhlen“ engagieren sich Freiwillige für die Reinigung.

Lehrreiche Videos und Exkursionen in Planung
„Zum Internationalen Jahr haben wir Exkursionen geplant, sofern es die Umstände zulassen“, blickt Spötl in die Zukunft – den „Tag der Höhlen“ am 6. Juni würde man natürlich gerne entsprechend würdigen. Doch auch längerfristige Projekte stehen auf dem Programm: Zum Beispiel die Produktion von lehrreichen Kurzfilmen zu Höhlen und Karstlandschaften. Zwei sind schon fertiggestellt und online zu finden.

Webseite: www.hoehle.org

 Tiroler Krone
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