14.02.2021 07:06 |

LH Platter betont:

„Tirol darf nicht Lkw-Parkplatz Europas werden!“

„Wir können es nicht zulassen, dass Tirol der Lkw-Parkplatz Europas wird. Die Verkehrs- und Versorgungssicherheit müssen gewährleistet werden“, betonten am Samstag LH Günther Platter und Vize Ingrid Felipe und kündigen eine vorsorgliche Dosierung des Lkw-Verkehrs am Brenner an. 

Nachdem Deutschland Tirol als „Virusvariantengebiet“ - samt Einreiseverbot aus Tirol - eingestuft hat, besteht aus Sicht von Tirols Landeshauptmann Günther Platter und Verkehrslandesrätin LHStv. Ingrid Felipe eine massive Gefahr für die Verkehrs- und Versorgungssicherheit in Tirol: Der Güterverkehr darf nach den derzeitigen Bestimmungen weiterhin nach Deutschland einreisen, sofern sich die Lenker vorab bereits online für die Einreise registriert haben, die entsprechenden Dokumente und - entgegen der bisherigen Praxis - einen negativen Covid-Test mitführen. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Extremer Rückstau befürchtet
„Dadurch ist ein extremer Rückstau auf die A12 Inntalautobahn zu befürchten. Wir lassen es nicht zu, dass Tirol der Parkplatz Europas wird. Aus diesem Grund wird in Abstimmung mit dem Bund eine Verordnung erlassen, die uns Kontrollen bereits am Brenner ermöglicht.“ Ab Sonntag wird der von Süden am Brenner durch Tirol nach Deutschland reisende Transitverkehr am Grenzübergang Brenner bereits vorsorglich dosiert und in der Folge auch kontrolliert.

„Müssen Bevölkerung schützen“
„Die Erfüllung der notwendigen Ausreisevoraussetzungen von Tirol nach Deutschland wird bereits bei der Einreise nach Tirol am Brenner überprüft werden. Jene Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker, bei denen die Durchreise nicht garantiert werden kann, wird die Weiterfahrt untersagt“, sagt LH Platter: „Kilometerlange Rückstaus und massive Verkehrsbehinderungen gilt es zu verhindern und die Versorgungs- und Verkehrssicherheit in Tirol, aber auch in den grenznahen Gebieten, aufrechtzuerhalten. Wir müssen die Bevölkerung schützen.“

Nadelöhr Brennerkorridor
Durchschnittlich sind es innerhalb von 24 Stunden auf der A12 Inntalautobahn bei Kufstein rund 4000 bis 5000 LKW, die diese Strecke für den Gütertransport nutzen. „Es ist nicht davon auszugehen, dass die ab Sonntag geltenden Einreisebestimmungen für Deutschland unmittelbar ab Inkrafttreten allen Lenkerinnen und Lenkern in vollem Umfang bekannt sind und sie dementsprechend negative Corona-Testergebnisse mitführen. Dahingehend ist zu befürchten, dass die LKW von der Deutschen Bundespolizei über die Autobahnstelle Kiefersfelden wieder zurück nach Tirol gewiesen werden. Die Folge wäre ein auf der A 12 Inntalautobahn im Großraum zwischen Wörgl und Kufstein ausgedehnter Rückstau. Damit verbunden wäre eine beträchtliche Gefahr für die Verkehrs- und Versorgungssicherheit“, erkennte LHStv Felipe eine Gefahr.

Verkehrskollaps im Inntal verhindern
„Dass der gesamte Brennerkorridor ein absolut sensibles Nadelöhr im Nord-Südtransit ist, dürfte allen Beteiligten klar sein. Daher werden diese Maßnahmen notwendig, um einen Verkehrskollaps im Inntal zu verhindern. Obwohl dem Bundesland Tirol schon lange unterstellt wird, in Fragen des europäischen Warenverkehrs uneuropäisch zu handeln, haben wir selbst auch in der schwierigen Coronazeit - unter anderem mit dem Aussetzen von Wochenendfahrverboten im Frühjahr 2020 - immer auf gemeinsam vollziehbare Regeln im Sinne der Versorgungssicherheit gepocht“, heben Tirols Landeshauptmann und seine Stellvertreterin vor.

 Tiroler Krone
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