12.02.2021 19:00 |

Bullen-Nachwuchs

In fremden Ställen

In Salzburgs Akademie tummeln sich zahlreiche Toptalente. Dennoch kauft Österreichs Serienmeister reihenweise Jungstars aus dem Ausland. „Krone“-Redakteur Philip Kirchtag kann das nicht nachvollziehen. Ein Kommentar.

Salzburg ist und bleibt ein Verein, bei dem junge Talente reifen können, um anschließend in einer europäischen Topliga zu spielen. Beispiele dafür gibt es mittlerweile genügend. Waren’s zuletzt etwa Erling Haaland und Takumi Minamino, so sind sicher bald unter anderem Patson Daka oder Sekou Koita dran.

Die Bullen kümmern sich aber bereits um die nächste Talente-Generation. Im Winter verpflichtete man nicht weniger als sechs neue Zukunftshoffnungen, die ab sofort für die Mozartstädter auflaufen können. Zunächst werden sie zum Großteil noch bei Kooperationsklub Liefering zum Einsatz kommen, um sich in der 2. Liga an den Erwachsenenfußball zu gewöhnen. Drei Malier, zwei Ghanaer und ein Kroate – Sportdirektor Christoph Freund holt Talente aus der ganzen Welt an die Salzach.

Die Fragen, die sich dennoch stellen: Warum fischt man immer in fremden Gewässern? Gibt es in der oft hoch gelobten Bullen-Akademie keine einheimischen Talente, denen eine große Karriere zuzutrauen ist?

Geben tut es sie allemal! Immerhin stehen im aktuellen U18-Team gleich acht österreichische Jungnationalspieler. Scheinbar mangelt es den Salzburgern aber am Vertrauen in die eigenen Jugendakteure. Zwar hört man aus Bullen-Kreisen, dass die jetzige U18 der beste Jahrgang in der Geschichte der Akademie sei, bei den zahlreichen in etwa gleichaltrigen Neuverpflichtungen kann man sich aber ausrechnen, dass die Chancen auf den Durchbruch in Salzburg für die rot-weiß-roten Talente wohl eher gering sind.

Warum das so ist, bleibt ein Geheimnis der Bullen. Dass die Neuzugänge aus dem Ausland alle so viel besser kicken können als die österreichischen Youngsters, ist sehr unwahrscheinlich.

Es scheint hier die alte Fußballweisheit zu gelten, dass Spieler aus fremden Ställen immer mehr wert sind als jene, die die komplette Jugendabteilung eines Vereins durchlaufen. Was daran liegen könnte, dass für sie eine teils hohe Ablöse bezahlt wurde und die Investition mit Einsätzen gerechtfertigt werden muss.

Philip Kirchtag
Philip Kirchtag
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