27.01.2021 10:17 |

Spital: „Kein Engpass“

Patienten verärgert: „OP-Termine wurden abgesagt“

Im Krankenhaus Schwaz im Tiroler Unterland soll der Betrieb derzeit trotz Corona uneingeschränkt laufen. Diese Aussage stößt Patienten sauer auf, sie sprechen von heruntergefahrenen Kapazitäten ...

„Es werden weder Operationen verschoben noch sind Operationssäle gesperrt“, verdeutlichte Andreas Hoppichler, Geschäftsführer des Krankenhauses Schwaz, am Dienstag in der „Tiroler Krone“.

„Operation herbeigesehnt“
Eine Aussage, die einige Patienten in helle Aufruhr versetzt. „Mein OP-Termin wurde bereits dreimal verschoben und jetzt lese ich, dass in Schwaz normal operiert wird“, versteht ein „Tiroler Krone“-Leser die Welt nicht mehr. Ein weiterer schlägt in dieselbe Kerbe: „Auch mein Termin wurde in diesen Tagen aus heiterem Himmel abgesagt.“ Beide klagen über sehr starke Schmerzen, die sie seit Monaten haben. Schlafstörungen sind die Folge. „In der Nacht halte ich die Qualen kaum aus. Die Operation wäre meine Erlösung, ich habe sie mir täglich herbeigesehnt“, so einer von ihnen.

Vermutlich sind die beiden nicht die einzigen Leidtragenden. Patienten, denen etwa eine Operation bevorsteht, müssen sich wenige Tage zuvor im Krankenhaus einem Coronatest unterziehen – und zwar in einem Zelt vor dem Eingang.

„Die Eingriffe finden nach Dringlichkeit statt“
„Ich war von 8 bis 9 Uhr dort. Es hieß, dass ein Test nur in dieser Stunde möglich sei. Bei Eiseskälte warteten rund zehn Personen gleichzeitig dort, an die Reihe kamen zwei. Das lässt die Vermutung zu, dass auch die OP-Termine oder ambulanten Eingriffe von anderen Personen verschoben werden“, schildert ein Patient.

Schlüssige Erklärung seitens des Krankenhauses für die plötzliche Absage der Eingriffe gäbe es laut der betroffenen Patienten keine. „Man hat uns ganz klar mitgeteilt, dass unser OP-Saal gesperrt worden ist. Zudem hieß es nur, dass die Kapazitäten in den Operationssälen je nach Situation heruntergefahren werden müssen und Operationen lediglich nach Dringlichkeit stattfinden. Aber die Gründe dafür wurden nicht erwähnt“, verdeutlichen die Patienten.

Volle OP-Säle trotz der fehlenden Skiverletzten?
Da sie wegen der Schmerzen in der Nacht kein Auge zumachen können, fragen sie sich: „Welche Patienten fallen für das Krankenhaus Schwaz unter Dringlichkeit, wenn nicht wir? Das ergibt doch alles gar keinen Sinn.“

Hinzu komme die Tatsache, dass es wegen der mangelnden Skitouristen derzeit wohl keine Flut von verletzten Wintersportlern in Tirol gebe, die die OP-Säle blockieren würden. „Warum werden dann die Kapazitäten heruntergefahren? Auch das ergibt gar keinen Sinn.“

Patienten verlangen umfassende Aufklärung
Sie sehnen sich nach Aufklärung und ehrlichen Worten: „Wir haben das Gefühl, an der Nase herumgeführt zu werden. Hier ist irgendetwas faul und es wäre angebracht, wenn man das offen kommunizieren würde.“

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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