Schutzzonen für Tiere:

„Der Mensch ist Gast und soll sich so benehmen“

Steiermark
27.01.2021 08:00

Ausgewiesene Schutzzonen für Wildtiere, die ihnen Rückzug und Ruhe ermöglichen: Was in der Schweiz schon vielfach so gehandhabt wird, fordern jetzt auch - vor allem angesichts der „Corona-Massen“ an Menschen im Wald - Jäger wie Naturfreunde. Wir haben berichtet, die Reaktionen sind durchwegs positiv.

Um den Winter zu überleben, braucht das Wild Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten - doch gerade in dieser Saison ist es darum ganz schlecht bestellt. Es gibt Sportler, Wanderer, Drohnenpiloten und Hundehalter, die sich weder an Schilder und Markierungen noch Hinweise halten und kreuz und quer Wildtiere scheuchen. Und auch weil deren Lebensraum immer beschränkter wird, ertönt der Ruf nach Schutzzonen laut.

Franz Titschenbacher, Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer (Bild: Jürgen Radspieler)
Franz Titschenbacher, Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer

„Ich setze zwar besonders auf Eigenverantwortung, aber solche Zonen werden punktuell sicher zu diskutieren sein“, so der Präsident der Landwirtschaftskammer, Franz Titschenbacher, als Reaktion. Er wird den Dialog mit Jägern und Naturschützern suchen.

Der steirische Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof (Bild: Juergen Radspieler)
Der steirische Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof

Auch Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof unterstützt die Forderung nach Bereichen, „die wir alle gemeinsam nicht betreten. Da möchte ich Jäger nicht ausnehmen, außer zu Zwecken der Fütterung.“ Sein Zugang: „Der Mensch ist Gast im Wohnzimmer der Wildtiere. Da sollte er sich auch wie ein Gast benehmen!“

Erich Neuhold, Geschäftsführer Steiermark Tourismus (Bild: Steiermark Tourismus/Bernhard Loder)
Erich Neuhold, Geschäftsführer Steiermark Tourismus

Tourismusboss Erich Neuhold könne nicht beurteilen, ob es Schutzzonen braucht, „aber der sorgsame Umgang mit der Natur beim Wandern, Skitourengehen oder Schneeschuhwandern sollte schon Voraussetzung für das Draußensein sein“.

Maggie Entenfellner (Bild: KRONEN ZEITUNG)
Maggie Entenfellner

„Wir drängen das Wild immer mehr zurück - dann muss es zumindest in diesen Regionen in Ruhe gelassen werden“, fordert Maggie Entenfellner, „Krone“-Tiereckenchefin. „Es braucht auch Fütterung, dort, wo es kein Futter mehr findet!“

(Bild: Schiffer)

Agrarlandesrat Hans Seitinger meint, dass dem Wild am meisten geholfen wäre, wenn sich alle an bestehende Regeln halten würden. Aber er werde Schutzzonen bei der nächsten Novellierung des Jagdgesetzes aufs Tapet bringen.

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