22.01.2021 13:20 |

Lawinengefahr

Bergretter appellieren an Vernunft der Sportler

Einmal mehr hat sich diese Woche gezeigt, wie heikel Lawinenwarnstufe 3 ist, weil die Gefahr oft unterschätzt wird. Mehrere Lawinenabgänge forderten die Helfer. Jener 15-Jährige, der am Mittwoch im Zillertal verschüttet worden war, starb am Donnerstag in der Klinik Innsbruck. Bergretter appellieren an die Wintersportler, derzeit besonders vorsichtig zu sein.

Der 15-Jährige war, wie berichtet, mit einem Freund (14) Mittwochvormittag auf der beliebten „150er“-Varianten-Abfahrt beim Skigebiet Rastkogel in Schwendau in eine Lawine geraten und 2,5 Meter tief verschüttet worden. Andere Variantenfahrer sahen das Unglück, begannen mit der Suche und schlugen Alarm. „Die Abfahrt ist sehr beliebt und stark frequentiert. Wir mussten befürchten, dass es noch weitere Verschüttete gibt“, rekapituliert Florian Eder, Einsatzleiter der Bergrettung Mayrhofen, die Geschehnisse.

Auch Hubschrauber des Bundesheeres im Einsatz
Der 15-Jährige war nach rund 30 Minuten aus den Schneemassen befreit, musste reanimiert und in die Klinik gebracht werden. Vor Ort ging die Suche mit rund 20 Bergrettern, Lawinenhunden und anderen Helfern weiter. Die Einsatzkräfte hatten Unterstützung vom Bundesheer. „Weil am Wochenende die Lawinensituation kritisch war, wurde eine Alouette3 in Vomp stationiert. Außerdem war gerade eine Agusta-Bell 212 - ein Transporthubschrauber - von Vorarlberg nach Linz unterwegs. Auch diesen haben wir angefordert und konnten somit zwei Maschinen rasch Einsatzkräfte zum Lawinenkegel fliegen“, schildert Bundesheersprecher Frank Nalter.

„Fährt einer rein, fahren andere einfach nach“
Es wurden keine weiteren Verschütteten gefunden. Doch Bergretter Eder weiß, dass die Wahrscheinlichkeit für weitere Opfer hoch war: „In diesem Hang sind oft Dutzende Spuren zu sehen. Wenn einer reinfährt, folgen oft Skifahrer, die die Situation nicht einschätzen können.“ Eder und seine Kollegen appellieren eindringlich an Wintersportler, die Lawinensituation stets  abzuklären – „und auch zu melden, wenn niemand verschüttet ist. Damit wir Kräfte schonen können.“

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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