21.01.2021 07:30 |

Betrifft Salzburg

Bruchlinien

Die Virus-Krise ist wie ein Brennglas. Da wird einiges sichtbar. Konflikte, die in ruhigen Phasen weggeredet werden können, brechen sich in diesen nervösen Zeiten freie Bahn.

Sebastian Kurz ist es nach dem Sturz seines Vorgängers Reinhold Mitterlehner gelungen, die gesamte Partei unter seine Oberhoheit zu stellen. Die selbstbewussten Landeshauptleute, alle älter als der Kanzler, hatten sich den Wünschen des neuen Chefs gebeugt. Wer der Partei Wahlerfolge einfährt, dem widerfährt eine als Huldigung getarnte Duldung.

Die Kurz‘ Bedürfnis nach bedingungsloser Loyalität geschuldeten Personalentscheidungen - die unglückliche Arbeitsministerin Christine Aschbacher war ein besonderer Fall - sind still murrend zur Kenntnis genommen worden. Wolfgang Sobotka als willfähriger Exekutor des Kanzlers nimmt man als Laune der politischen Natur hin. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck wird mit Salzburgs besonderer Noblesse bloß milde belächelt. Dass die Salzburgerin Karoline Edtstadler, die sich seit einiger Zeit klug im Hintergrund hält, einen Platz bei Hofe in Wien einnehmen darf, reicht zur Besänftigung grollender Kräfte.

Seit dem Aufbegehren des bislang eher unauffälligen Landesrates Christian Stöckl lassen sich die Bruchlinien zwischen alter und neuer Volkspartei aber nicht mehr zudecken. Türkis ist keine Farbe, die Konservative in der ÖVP tragen.

Am Ende sind die schwarzen Traditionalisten überzeugt: Wir waren vorher da - und wir werden auch nachher noch da sein.

Claus Pándi
Claus Pándi
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